Hier gäbe es noch Betten und Personal

Bundesverband warnt vor Pleitewelle deutscher Rehakliniken durch Corona

Stationäre Vorsorge- und Rehakliniken stehen bereit, um während der Corona-Pandemie Krankenhäuser zu unterstützen und einen Beitrag bei der Patientenversorgung zu leisten. Allerdings ist nicht geklärt, woher in den nächsten Wochen das Geld für die Mitarbeiter kommen soll.

Während in Krankenhäusern die Betten knapp werden, drehen Ärzte und Pflegekräfte in Rehakliniken allmählich Däumchen – bei ihnen bleiben die Patienten aus. Das, so warnt der Bundesverband Deutscher Privatkliniken, könnte schon bald dramatische Folgen haben: Es drohe eine Pleitewelle der privaten Reha-Einrichtungen.

Vorbereitungen und Maßnahmen, um Krankenhäuser zu unterstützen, sind in den meisten Reha-Einrichtungen bereits dafür getroffen worden. Allerdings ist nach wie vor nicht gesichert, ob die Kliniken in den nächsten Wochen ihre rund 120.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bezahlen können.

Dringend benötigte Kräfte gehen in Kurzarbeit

Wie der Bundesverband Deutscher Privatkliniken kritisiert, wurden die Vorsorge- und Rehakliniken im vom BMG veröffentlichten Referentenentwurf des COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz “nahezu vergessen”. Auch der überarbeitete Entwurf sehe keine Lösung vor.

Auch die vorgesehene Einbindung der Vorsorge- und Rehabilitationskliniken in die Patientenversorgung geschieht laut Statement des Bundesverbandes “nur halbherzig und führt die Kliniken wegen fehlender finanzieller Absicherung innerhalb weniger Tage in die Insolvenz”. Es käme immer häufiger zu der absurden Situation, dass eigentlich dringend benötigte Ärzte und Pflegekräfte in der Krise entlassen werden oder in Kurzarbeit gehen müssten.

Dabei würde in der konsequenten Einbindung der Vorsorge- und Rehabilitationskliniken sowie der Krankenhäuser nach § 30 GewO tatsächlich eine enorme Chance zur Entlastung liegen: “Insgesamt verfügen die rund 1.000 Einrichtungen über 167.000 Betten und rund 120.000 Mitarbeiter.”

Diese Potentiale werden mit dem Gesetzentwurf nicht erschlossen, wie der Verband kritisiert: „Es bedarf einer besonderen gemeinsamen Kraftanstrengung und einer klaren Politik, die alle Behandlungsmöglichkeiten in zugelassenen Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationskliniken bündelt. Das Gesetz muss unbedingt angepasst werden!“, appelliert BDPK-Präsidentin Dr. med. Katharina Nebel an die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Zum Hintergrund: Vorsorge- und Rehabilitationskliniken, die keine Reha-Patienten mehr behandeln, können mit sofortiger Wirkung keine Abrechnungen mehr stellen und haben keine Einkünfte mehr.

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Author's imageIlias TsimpoulisManaging Director bei Doctolib

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