62% der Selbstständigen fürchten um ihre Altersvorsorge

Bundesweit repräsentative Studie: Ärzte bangen um ihre Einnahmen beim Praxisverkauf

Unter Deutschlands Selbstständigen geht die Angst vor Altersarmut um. Auch immer mehr niedergelassene Ärzte bangen um ihre finanzielle Absicherung im Alter, wie eine aktuelle Studie belegt.

Zwei Drittel der Selbstständigen machen sich Sorgen um ihre finanzielle Absicherung im Alter (62 %). Unter niedergelassenen Ärzten fürchtet die Mehrheit (53 %), dass der Wert ihrer Praxis im Verlauf der Selbstständigkeit gesunken ist. Hier wird der Verkaufspreis häufig als Teil der Altersvorsorge einkalkuliert. Das zeigt eine bundesweit repräsentative Studie der Quirin Privatbank und der Forschungsgruppe YouGov Deutschland, für die insgesamt 1.008 Selbstständige und Freiberufler in Deutschland inklusive niedergelassener Ärzte, befragt wurden.

Im Mittel gehen Selbstständige davon aus, dass der Verkauf fast 50 % zu dem beisteuern kann, was sie insgesamt zur privaten Altersvorsorge zur Verfügung haben werden. Mehr als die Hälfte der Firmeninhaber kann oder will allerdings noch keine Schätzung abgeben, in welchem Alter der Verkauf erfolgen soll (52 %). Fast jeder Dritte hat auch keine Idee, an wen überhaupt verkauft werden könnte. Das sieht unter Ärzten ganz anders aus.

Ärzte stellen schwindende Preise für ihre Praxen fest

Während 37 % der Mediziner den Verkauf ihrer Praxis an jemanden außerhalb der Familie am ehesten für denkbar halten, sind es unter allen Selbstständigen nur 23 %. Auch würde ein Praxisverkauf fast der Hälfte der Ärzte “sehr oder eher leicht fallen”. Unter allen Selbstständigen sagt das nur rund ein Drittel.

Praxisverkauf

Zudem kalkulieren drei von zehn Ärzten (30 %) schon von Beginn der Selbstständigkeit an mit einem möglichen Verkaufserlös zur eigenen Altersvorsorge. Selbstständige in anderen Bereichen tun das weit seltener (20 %).

Schließlich beobachten Besitzer einer Arztpraxis den Markt für Verkäufe auch deutlich intensiver. Und sie zeigen sich dabei viel häufiger ernüchtert: Gut die Hälfte (53 %) haben ihre Vorstellungen zum erzielbaren Preis für ihre Arztpraxis im Laufe der Zeit senken müssen. Das sind fast viermal so viele wie unter allen Selbstständigen (15 %), wo die Mehrheit stabile oder sogar steigende Preise bei einem Firmenverkauf annimmt.

Wie lange Ärzte mit einer Million auskommen

Danach befragt, wie lange der Erlös von einer Million Euro beim Firmen- bzw. Praxisverkauf den eigenen Lebensstandard und den der Familie sichern würde, zeigen sich ebenfalls interessante Ergebnisse. Auf diese hypothetische Frage nennen Unternehmer im Schnitt 23 Jahre. Niedergelassene Mediziner geben mit 13 Jahren einen deutlich niedrigeren Wert an.

Ärzte interessieren sich für Finanzberatung

Allerdings zeigen sich die Ärzte auch weitaus interessierter an Beratung im Finanzbereich. Nahezu jeder zweite Arzt würde den Rat einer Bank einholen, wenn es um die Anlage des Erlöses aus dem Praxisverkauf geht. Das sind fast doppelt so viele wie unter allen Selbstständigen. Hier vertraut man viel stärker eigenen Fähigkeiten: 28 % würden sich bei der Geldanlage nach einem Firmenverkauf von überhaupt niemandem beraten lassen – dreimal so viele wie unter Ärzten (10 %).

 

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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