Haftpflichtprämien

Haftpflichtprämien für Chirurgen werden immer teurer

Die Haftpflichtprämien für Chirurgen werden immer teurer. Deshalb fordert die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie nun eine Risikominimierung – mithilfe von passgenauen Prophylaxe-Instrumenten.

Um sechs Prozent stiegen die Zahlungen für Behandlungsfehler bei operativen Eingriffen in den vergangenen Jahren jährlich. Das ist viel, zu viel. „Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, sind Operationen bald nicht mehr versicherbar“, prophezeite der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), Joachim Jähne. Zwar sei die Zahl der Behandlungsfehler in den letzten Jahren relativ konstant geblieben, doch die Schadenssummen, die vor Gericht erstritten wurden, stiegen stark an. Das lässt natürlich auch die Beiträge für Haftpflichtversicherungen immens steigen. Während deutsche Kliniken 2012 rund 350 Millionen Euro zahlten, um sich gegen Schadenersatzansprüche zu versichern, seien es 2013 bereits 550 Millionen Euro gewesen. Das ist eine Steigerung um 60 Prozent.

Seit Jahren versuchen die Kliniken, Behandlungsfehler systematisch zu minimieren. Mit Maßnahmen, die sonst in der Luftfahrt oder dem Leistungssport Anwendung finden – etwa die Kontroll-Checkliste vor einer OP oder das Team Time Out, eine kurze geistige Pause. Laut DGCH ist aber unklar, ob damit Fehlerquellen erfasst werden, denn immerhin spielten auch Faktoren wie Schlafmangel oder Konzentrationsstörungen eine große Rolle.

Valide Antworten soll nun ein Projekt der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) und dem Versicherer Ecclesia liefern. Gemeinsam analysieren die Partner Schadensfälle aus den vergangenen 15 Jahren um herauszufinden, ob es beispielsweise bestimmte Operationen oder Operationstechniken mit einem hohen Fehlerrisiko gibt. Schadensketten sollen genau nachvollzogen werden. Am Ende der Analyse soll dann die Entwicklung von passgenauen Prophylaxe-Instrumenten zur Schadensvorbeugung stehen, die beiden Seiten eine gewinnbringende Partnerschaft ermöglichen sollen.

Bild: Fotolia/Minerva Studio

Anzeige

Risikoaufklärung bei nicht zwingend indizierter Vollnarkose am Beispiel einer Zahnbehandlung

Immer mehr Patienten möchten eine weitgehend schmerzfreie Behandlung. Typische Fälle sind hier z.B. Zahnbehandlungen von Angstpatienten, die statt in Lokalanästhesie unter Vollnarkose vorgenommen w... Mehr
Author's imageAxel SchirpProduktmarketing bei HDI Vertriebs AG

Weitere Artikel zum Thema:

Urteil

Versicherung haftet für Kostenzusage


Urteil

Arzt haftet nicht für fehlende Informationen


Berufsunfähigkeit

Spezielle Versicherung für Ärzte


Vorteile für Selbständige und Gewerbetreibende

Telefontarif für Selbständige


Marburger Bund

Sonderkonditionen für Mitglieder


Anzeige