Mitarbeiter öffnet infizierten Anhang

Computer-Virus legt Klinikum Fürstenfeldbruck lahm

Das Klinikum Fürstenfeldbruck ist Opfer von Cyberverbrechens geworden: Die IT-Systeme wurden mit Schadsoftware infiziert. Aller aktuellen Warnungen zum Trotz, hatte ein Mitarbeiter offenbar eine mit Malware infizierte E-Mail geöffnet.

Im Klinikum Fürstenfeldbruck geht an den PCs nichts mehr: Die Mitarbeiter müssen ohne die Unterstützung ihrer Computer auskommen, da diese mit einem „Trojaner“ infiziert sind. Die Schadsoftware, die Geräte ausspioniert und auch sperren kann, wurde vermutlich durch eine infizierte E-Mail in das IT-System eingebracht. Nun müssen mehr als 450 PCs überprüft werden.

Das hat schwerwiegende Folgen: So mussten am Donnerstag Krankenwagen mit Notfall-Patienten in andere Krankenhäuser umgeleitet werden, da die Klinik auch von der Integrierten Rettungsleitstelle abgemeldet werden musste. Damit funktionierte die Zuweisung über die IT-Systeme nicht mehr. Nur wer selbst direkt in die Notaufnahme nach Fürstenfeldbruck kam, wurde aufgenommen. Die Klinikleitung betont gegenüber örtlichen Medien aber, Patienten seien zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen.

Den Berichten zufolge gehen hinzugezogene IT-Experten inzwischen davon aus, dass das Klinikum Opfer der Malware „Emotet“ geworden ist.

Die Schadsoftware versucht auf infizierten Rechnern vor allem Passwörter zu stehlen, um diese dann für Online-Banking-Betrug zu nutzen. Die Malware wird oftmals in einer normal aussehenden zip-Datei versteckt, kann als Rechnung oder Bewerbung getarnt sein. Oftmals werden  große Unternehmen, wie z.B. die Telekom AG oder DHL, als angebliche Absender angegben. Die ersten Versionen des Schädlings tauchten bereits 2014 auf, seitdem verschicken die Betrüger immer wieder neue Varianten mit verbesserter Tarnung.

 

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