Jetzt muss es schnell gehen

Corona-Bonus: Was Sie beachten müssen, damit es noch dieses Jahr klappt

Die Krise macht’s möglich: Arbeitgeber dürfen ihren Mitarbeitern in diesem Jahr einen Corona-Bonus von bis zu 1.500 Euro zahlen. Damit Fiskus und Sozialversicherungen dabei nicht die Hand aufhalten, sind aber einige Besonderheiten zu beachten.

Zu Beginn der Pandemie wurde jeden Abend für Ärzte und medizinisches Personal geklatscht. Eine schöne Geste. Am Ende eines kräfteraubenden Jahres brauchen viele Angehörige der Gesundheitsberufe (und nicht nur sie) jedoch eine etwas handfestere Anerkennung.

Das hat auch der Gesetzgeber erkannt und erlaubt es Arbeitgebern, ihren Beschäftigten in diesem Jahr einen Bonus von 1500 Euro zu zahlen. Steuerfrei und sozialabgabenfrei. Wer ihn noch auszahlen will, muss sich allerdings beeilen. Denn bisher wurde die Regelung nicht auf das kommende Jahr verlängert.

Kein Ersatz für Arbeitslohn

Damit die so bedachten Mitarbeiter aber tatsächlich die ungeschmälerte Summe erhalten und nicht doch mit Abgaben und Steuern belastet werden, sind allerdings einige Besonderheiten zu beachten.

• Wichtig ist es zunächst, dass der Corona-Bonus zusätzlich zum bereits vereinbarten Arbeitslohn fließen muss. Wer hingegen einen bereits zugesagten Bonus kurzerhand in „Corona-Bonus“ umbenennt, riskiert, dass sowohl das Finanzamt als auch die Sozialversicherungen Nachforderungen stellen.

• Wer seinen Mitarbeitern mehr einen höheren Corona-Bonus zuwenden will, kann das grundsätzlich tun. Steuer- und sozialversicherungsfrei ist jedoch nur die Summe von 1500 Euro.

• Der Bonus muss nicht zwingend auf einmal überwiesen werden – auch Ratenzahlungen sind erlaubt. Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern als Anerkennung für deren Dienste auch Gutscheine oder Sachwerte zuwenden.

Arbeitgeber müssen sich beeilen

• Wichtig ist es aber in jedem Fall, auf das richtige Timing zu achten. Ebenso wie die (letzte) Überweisung spätestens bis zum 31. Dezember 2020 auf dem Konto des Arbeitnehmers eingegangen sein muss, müssen die Bedachten auch Gutscheine und Sachzuwendungen bis zum Silvestertag in den Händen halten. Diese Frist ist zwingend. Arbeitgeber, die normalerweise erst Anfang Januar die Lohnabrechnung für Dezember durchführen, müssen also umdisponieren, denn bei einem Bezug der Zuwendung nach dem Stichtag entfallen Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit.

• Wie stets im Umgang mit Behörden ist zudem eine lückenlose Dokumentation zu erstellen: Dafür sind die Leistungen genau im Lohnkonto des jeweiligen Arbeitnehmers aufzuzeichnen. Bei einer Sachzuwendung sollten Praxisinhaber oder Klinikträger den Ausgabetag niederlegen und das Dokument vom jeweiligen Mitarbeiter gegenzeichnen lassen.

Arbeitgeber, die diese Vorgaben beachten, bescheren ihren Beschäftigten im Vergleich zu einem „normalen“ Bonus über 1500 Euro ein Plus von 600 Euro netto im Geldbeutel. Das haben Steuerberater von Ecovis berechnet (siehe Tabelle). Doch auch sie selbst profitieren. Im Vergleich zur „normalen“ Bonuszahlung sparen sie sich immerhin 300 Euro an Lohnnebenkosten.

Corona-Bonus

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