Baden-Württemberg

Corona-Krise: Rund 1.000 Ärztinnen und Ärzte haben Hilfe angeboten

Die Landesärztekammer Baden-Württemberg schreibt derzeit Ärztinnen und Ärzte an, die eigentlich nicht mehr praktizieren, um sie als Helfer in der Corona-Krise zu gewinnen. Tatsächlich ist die Resonanz groß.

„Bisher haben etwa 1.000 Ärztinnen und Ärzte ihre aktive Mithilfe in der Corona-Krise angeboten,“ freut sich Dr. Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg. „Unsere Mitglieder erkennen den dringenden Bedarf an ärztlicher Arbeitskraft und wollen dazu beitragen, die gesundheitliche Versorgung zu stärken.“

Seit drei Wochen schreibt die Landesärztekammer Baden-Württemberg Ärztinnen und Ärzte außerhalb der Regelversorgung* an, um sie angesichts der Ausbreitung des Coronavirus für eine Mitwirkung an Maßnahmen in ihren Stadt- oder Landkreisen zu gewinnen, beispielsweise für die Tätigkeit in Abstrichzentren, im ärztlichen Fahrdienst etc.

Der Kammerpräsident lobt das positive Echo seiner Mitglieder: „Während einige dieser Freiwilligen schon zum Einsatz gekommen sind, halten sich die meisten für den Eventualfall bereit. Es gibt aber auch Kolleginnen und Kollegen, die sich inzwischen wieder bei uns gemeldet haben, um sich nach der aktuellen Lage zu erkundigen und ihre Bereitschaft zur Mithilfe bekräftigen. Sie würden sofort loslegen, wo immer sie gebraucht werden. – Der Arztberuf ist eben doch viel mehr als nur ein Job.“

Die Maßnahmen der Landesärztekammer Baden-Württemberg sind mit den Partnern im Gesundheitswesen sowie dem Sozialministerium abgestimmt und sollen die Arbeit von Ärztinnen und Ärzten in der Regelversorgung unterstützen. Gemäß Absprache lassen die Kassenärztliche Vereinigung, die Landkreise und die Gesundheitsämter der Landesärztekammer sogenannte „Bedarfsanforderungen“ zukommen. „Wir reichen diese Anfragen dann regional an Ärztinnen und Ärzte weiter, die sich zur Mitarbeit bereit erklärt haben“, betont Dr. Miller.

*Außerhalb der Regelversorgung bedeutet: Ärztinnen und Ärzte, die derzeit eine Tätigkeit nicht direkt in der Behandlung von Patienten ausüben, also beispielsweise in der Verwaltung und bei Behörden, in der Pharmaindustrie, im Journalismus, aber auch in beschäftigungsfreien Intervallen und in Elternzeit etc. Darüber hinaus wurden und werden auch Ärztinnen und Ärzte kontaktiert, die ihre ärztliche Tätigkeit in letzter Zeit aufgegeben haben und nun Pensionäre sind.

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