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Corona und die Börse: Nach dem Husten kommt die Hausse

Seit einigen Wochen hält das Corona-Virus die Welt in Atem. Erinnerungen an die Lungenkrankheit SARS vor 17 Jahren werden wach. Damals führte die Pandemie zunächst zu einer starken Eintrübung der globalen Aktienmärkte. Die Erholung, auch an den Börsen, ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Eine Analyse von Markus Richert*.

Mittlerweile wirkt sich das Corona-Virus auf die Volkswirtschaften aus. Fast 600 Punkte sackte der Dow Jones vor wenigen Wochen durch, der größte Ein-Tages-Verlust seit August 2019. Auch der Dax kämpfte um die 13.000 Punkte Marke. Das Corona-Virus dürfte die Börsen weiter beschäftigen. Die Lungenkrankheit breitet sich noch immer rasant aus – auch in Europa. Experten erwarten den Höhepunkt erst in den nächsten Wochen. Bei solchen Ereignissen werden Erinnerungen an die größte Katastrophe des vergangenen Jahrhunderts wach. Die spanische Grippe kostete bis zu 100 Millionen Menschen das Leben. Mehr als der erste (17 Millionen Tote) und der Zweite Weltkrieg (60 Millionen) zusammen. Eine halbe Milliarde Menschen, also ein Drittel der damaligen Weltbevölkerung, soll sich angesteckt haben. Erst im Laufe des Jahres 1920 ebbte das Virus wieder ab.

Aufschwung nach Krise

In der Folge kam es zu einem beispiellosen wirtschaftlichen Aufschwung. Nach Krieg und Grippe hatten die Menschen einen großen Nachholbedarf. Als die goldenen 20er Jahre ging das folgende Jahrzehnt in die Geschichte ein. Viele Karrieren nahmen nach der Grippewelle ihren Anfang. Die amerikanischen Lebensversicherer mussten fast hundert Millionen Dollar an die Hinterbliebenen der spanischen Grippe auszahlen. Darunter waren auch die Witwe und der Sohn eines deutschen Einwanderers. Die Auszahlung der Lebensversicherung bildete den Grundstock eines großen Vermögens. Noch heute profitiert der Enkel vom plötzlichen Tod Frederick Trumps. Er heißt Donald Trump.

Auswirkungen von Corona

Allerdings muss das Virus nicht Millionen von Menschen töten, um einen negativen Einfluss auf die Kapitalmärkte zu haben. Die größte Gefahr liegt darin, dass die Verbreitung und die damit verbundenen Einschränkungen monatelang anhalten. Sollte jedoch die Entwicklung wie bei einer normalen Grippewelle verlaufen, kehren die Märkte schnell wieder zum business as usual zurück. Bei vergleichbaren Pandemien in der Vergangenheit erholten sich die Börsen stets wieder, sobald die Zahl der Ansteckungen und der Nachrichten darüber den Höhepunkt erreicht hatten.

In den Medien wird das Virus sicherlich noch lange Zeit präsent sein. An den Kapitalmärkten dagegen wird die Zukunft gehandelt. Viele Experten rechnen mit dem Einsetzen einer Erleichterungswelle, sobald der Höhepunkt überschritten ist. Das energische Eingreifen der chinesischen Notenbank hilft dabei ohne Zweifel. Anleger, die bis jetzt den Einstieg in den Kapitalmarkt verpasst hatten, sollten diese Gelegenheit nutzen und nicht zu lange warten.

 *Der Autor: Markus Richert ist Finanzplaner bei der Portfolio Concept Vermögensmanagement GmbH in Köln

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