Umfrage unter jungen Menschen

Corona: Zukunftssorgen und berufliche Ängste weit verbreitet

Die Corona-Pandemie verändert das Verhalten langfristig – vor allem bei jungen Bundesbürgern. Das zeigt jedenfalls die repräsentative Studie “Zukunft Gesundheit 2020” der Schwenninger Krankenkasse und der Stiftung “Die Gesundarbeiter”. Mehr als 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland zwischen 14 und 34 Jahren wurden 2020 dafür befragt.

So wollen beispielsweise rund 60 Prozent der 14- bis 34-Jährigen künftig in Erkältungszeiten nicht mehr auf einen Mund-Nasen-Schutz verzichten. 72 Prozent sind nach eigener Aussage insgesamt deutlich vorsichtiger im Kontakt zu anderen Menschen. 70 Prozent der Befragten gaben außerdem an, sich wegen Corona Sorgen um die Gesundheit von Familie und Freunden zu machen. Große Sorgen um die eigene Gesundheit machen sich aufgrund der Pandemie deutlich weniger junge Menschen: Bei den Frauen sind es 46, bei den Männern 42 Prozent.

Dennoch hat das generelle Wohlbefinden der jungen Menschen unter den Anti-Corona-Maßnahmen gelitten. 56 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass Corona ihre Lebensqualität mindere. “Auch in diesem Punkt ist die Altersgruppe 14 bis 17 etwas entspannter, die Auswirkungen werden nicht ganz so negativ bewertet”, so Dr. Tanja Katrin Hantke, Gesundheitsexpertin der Schwenninger Krankenkasse. “Aber unter den 18- bis 25-Jährigen beklagen sogar 61 Prozent eine reduzierte Lebensqualität.”

Zukunftssorgen weit verbreitet

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie-Bekämpfung beunruhigen die jungen Menschen in Deutschland ebenfalls spürbar. 45 Prozent der Befragten äußern sich besorgt darüber, dass Corona ihnen berufliche Chancen nehme. “Wir haben die Zielgruppe nochmals unterteilt und festgestellt, dass die Jüngsten etwas gelassener sind. Den 14- bis 17-Jährigen bleibt mehr Zeit, sie blicken daher entspannter in die Zukunft. Aber in der Altersgruppe 18 bis 25 bewertet nahezu jeder Zweite seine Jobaussichten skeptisch”, so die Gesundheitsexpertin.

Langfristige Verhaltensänderung

Danach gefragt, welche Verhaltensänderungen, die in der Pandemie eingeführt wurden, sie langfristig beibehalten wollen, zeigt sich: Junge Menschen achten jetzt deutlich mehr auf Abstand und Hygiene. Fast 80 Prozent wollen auch in Zukunft auf häufigeres und intensiveres Händewaschen achten. 75 Prozent wollen weniger Hände schütteln, 72 Prozent generell mehr Abstand zu anderen Menschen halten. Auch die häufigere Nutzung von Desinfektionsmitteln für Hände und Oberflächen ist unter den Top 5. Häufigeres Tragen des Mund-Nasenschutzes nach Corona können sich 59 Prozent vorstellen.

Die komplette Studie “Zukunft Gesundheit 2020 – Jungen Bundesbürgern auf den Puls gefühlt” (PDF) finden Sie hier: www.die-schwenninger.de/studie

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