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Die größten wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für Deutschland


Schwankender Börsenkurs

Die Corona-Pandemie wirkt sich seit ihrem Ausbruch im März 2020 massiv auf alle Bereiche des täglichen Lebens in Deutschland aus. Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat die besonders einschneidenden Veränderungen 2020 und 2021 zusammengefasst.

1. Wirtschaftsleistung 2020 eingebrochen

Nach zehn Jahren des Wachstums ist die deutsche Wirtschaft im Jahr 2020 in eine tiefe Rezession geraten: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ging um 4,9 Prozent gegenüber 2019 zurück. Der Grund: Im 2. Quartal 2020 hatte die Wirtschaftsleistung einen historischen Einbruch erlitten. Das Minus von 9,7 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2020 war der mit Abstand stärkste Rückgang seit Beginn der BIP-Berechnungen für Deutschland im Jahr 1970.

2. Zweithöchstes Staatsdefizit seit der Vereinigung

Die Corona-Krise hat im Jahr 2020 nach vorläufigen Berechnungen zu einem Finanzierungsdefizit des Staates in Höhe von 139,6 Milliarden Euro geführt. Das war das erste Defizit seit 2011 und das zweithöchste Defizit seit der deutschen Vereinigung. Es wird nur übertroffen vom Rekorddefizit des Jahres 1995, in dem die Treuhandschulden in den Staatshaushalt übernommen wurden.

3. Luftverkehr und Tourismus stark betroffen

Der Luftverkehr musste 2020 aufgrund der Corona-Pandemie die größten Einbrüche seit Jahrzehnten verkraften: Rund 57,8 Millionen Fluggäste starteten oder landeten auf den 24 größten Verkehrsflughäfen in Deutschland. Das waren 74,5 Prozent weniger als im Jahr 2019. Dass die Reisenden ausblieben, bescherte auch der Tourismusbranche in Deutschland heftige Einbußen. Allein die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland fiel im Jahr 2020 mit 32 Millionen knapp zwei Drittel (-64,4 %) geringer aus als 2019. Der Umsatz im Gastgewerbe insgesamt brach um fast die Hälfte ein.

4. Rückgang bei Konsumausgaben

Die Konsumausgaben der privaten Haushalte gingen 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent zurück. Dies war der stärkste Rückgang seit Jahrzehnten. Weniger ausgegeben wurde coronabedingt für Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen (-33,2 % gegenüber 2019 in jeweiligen Preisen) oder für Verkehr (-11,7 %). Mehr gaben die privaten Haushalte entgegen dem allgemeinen Trend für Nahrungsmittel und Getränke aus (+6,3 %).

5. Onlinehandel profitiert von Corona-Pandemie

Der Versand- und Internethandel ist klarer Gewinner der Corona-Pandemie: Im Zeitraum März 2020 bis Januar 2021 verbuchten die Onlinehändler ein Umsatzplus von real 27,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Während des Winter-Lockdowns konnte der Online-Handel seine realen Umsätze im Dezember 2020 um 32,3 Prozent überdurchschnittlich steigern. Auch im Januar 2021 lagen die Umsätze mit 31,8 % über dem Durchschnitt. Diese Umsatzsteigerungen des Onlinehandels gehen unter anderem zu Lasten der Kaufhäuser: Die realen Umsätze der Warenhäuser lagen von März 2020 bis Januar 2021 um 17,6 Prozent unter denen des Vorjahreszeitraums.

6. Erstmals seit 2011 kein Bevölkerungswachstum in Deutschland

Im Jahr 2020 ist die Bevölkerung Deutschlands zum ersten Mal seit 2011 nicht weiter gewachsen. Die Bevölkerungszahl verharrte nach einer ersten Schätzung bei 83,2 Millionen Menschen. Die Gründe: Die Zahl der Geburten hat 2020 gegenüber 2019 nach letzten Schätzungen leicht abgenommen. Die Zahl der Sterbefälle ist spürbar gestiegen. Zudem war die Nettozuwanderung, also der Saldo aus Zu- und Fortzügen, deutlich niedriger als im Vorkrisenjahr. Insbesondere Reisebeschränkungen infolge der Corona-Pandemie und die wirtschaftlichen Folgen der Krise dürften sich eindämmend auf die Zu- und Abwanderung ausgewirkt haben.

7. Stärkster Rückgang bei Reallöhnen

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland mussten im Corona-Jahr 2020 Verdiensteinbußen hinnehmen. Die Reallöhne gingen um durchschnittlich 1,1 Prozent gegenüber 2019 zurück. Die Corona-Krise und der daraus resultierende vermehrte Einsatz von Kurzarbeit führte erstmals seit Beginn der Erhebung im Jahr 2007 zu einem nominalen Verdienstrückgang: Der Nominallohnindex ging nach den Ergebnissen der Vierteljährlichen Verdiensterhebung im Jahresdurchschnitt 2020 um gut 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück.

Auch die Zahl der Erwerbstätigen liegt seit Ausbruch der Pandemie im März 2020 unter Vorkrisenniveau. So waren im Januar 2021 saisonbereinigt 1,6 Prozent oder 726.000 Personen weniger erwerbstätig als im Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

8. Weniger Verkehrstote – niedrigster Stand seit fast 70 Jahren

Durch Reiseeinschränkungen, Kontaktverbote und weitere Maßnahmen zur Senkung der Ansteckungsgefahr ist die Mobilität in der Corona-Pandemie zurückgegangen. Das zeigt sich auch im Straßenverkehr. Dies führte unter anderem zu deutlich weniger Verkehrsunfällen im Jahr 2020. Insgesamt hat die Polizei rund 2,3 Millionen Unfälle aufgenommen. Das waren 16,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Verkehrstoten ging um 10,7 Prozent auf 2.719 Menschen zurück. Das ist der niedrigste Stand seit Beginn der Statistik vor fast 70 Jahren.

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Ilias TsimpoulisManaging Director bei Doctolib

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