Aktueller Steuertipp

Dar­le­hens­zin­sen nach Immobilienverkauf als Werbungskosten

Nach einem Immobilienverkauf sollten Darlehenszinsen künftig in bestimmten Fällen als nachträgliche Werbungskosten angesetzt werden. Das ergibt sich aus einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs.

In Abkehr von seiner bisherigen Rechtsprechung hat der Bundesfinanzhof (BFH, Urt. v. 16.3.2010, VIII R 20/08) den Abzug von Schuldzinsen zugelassen, die nach der Veräußerung einer so genannten wesentlichen Beteiligung angefallen waren.

In dem betreffenden Fall hatte ein GmbHGesellschafter seine Beteiligung veräußert. Der Verkaufserlös reichte nicht zur Tilgung des bei Anschaffung der Beteiligung aufgenommenen Darlehens aus. Solche nachträglichen Schuldzinsen waren nach der bisherigen Rechtsprechung bei Überschusseinkünften nicht als nachträgliche Werbungskosten abziehbar. Dies wurde damit begründet, dass auch die Gewinne aus der Veräußerung der Substanz nicht besteuert wurden.

Die geänderte Rechtsprechung muss im Zusammenhang mit der geänderten Steuerbarkeit bei wesentlichen Beteiligungen gesehen werden. Im Laufe der letzten Jahre wurde die Wesentlichkeitsgrenze von 25 Prozent auf 1 Prozent herabgesetzt.

A&W-Kommentar
Diese Entscheidung bietet die Möglichkeit, entstandene Verluste in erweitertem Umfang geltend zu machen. Zugleich sollten auch Zinsen, die auf Restdarlehen nach Verkauf einer vermieteten Immobilie weiter anfallen, als nachträgliche Werbungskosten angesetzt werden. Die genannte Entscheidung lässt eine entsprechende Entwicklung erhoffen.

Autor: Bernhard Mayer, Rechtsanwalt und Steuerberater in München, Sie erreichen ihn unter Telefon: 089 88949490, Fax: 089 8894949200 und eMail: kanzlei@bernhard-mayer.biz

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