Neues Mietrechtsgesetz

Das ändert sich bei der Praxissuche

Der Gesetzgeber hat lange gerungen, inzwischen ist das neue Maklergesetz aber durch. Ab jetzt muss nicht mehr automatisch der Mieter die Maklerprovision bezahlen, sondern derjenige, der den Makler beauftragt hat. Wir erklären, welche Änderungen für die Praxissuche das neue Gesetz bringt.

Das neue Gesetz bringt vor allem Mieter zum Strahlen. Denn sie zahlten bisher Provisionen von rund 570 Millionen Euro jährlich an Makler, die sie nicht bestellt hatten. Wer auf der Suche nach neuen, zu vermietenden Praxisräumen ist, kann sich jetzt freuen. Er spart viel Geld. Denn Immobilienbesitzer, die Praxisräume vermieten wollen und dafür einen Makler beauftragen, müssen seit Juni 2015 die Provision selbst zahlen. Der Gesetzgeber hat dabei ausgeschlossen, dass Vermieter die Maklergebühren hinterher an den Mieter weitergeben. Es gibt aber auch künftig Fälle, in denen der Mieter die Provision zahlen muss. Nämlich dann, wenn er selbst einen Makler beauftragt hat, für ihn passende Räumlichkeiten zu suchen. Es ist nicht gesetzlich festgeschrieben, wie viel Provision der Makler vom Eigentümer verlangen kann. Meist gilt die sogenannte „ortsübliche Courtage“, die je nach Region zwischen drei und sieben Prozent des Kaufpreises beträgt.

Ein Punkt der dabei gern übersehen wird: Mieter, die sich seit dem 1. Juni 2015 auf eine Immobilienanzeige beim Makler melden, müssen auch dann keine Provision zahlen, wenn Eigentümer und Makler den Maklervertrag schon im April geschlossen haben. Verlangt ein Makler trotz Bestellerprinzip eine Provision, sprechen Sie die Neuregelung an und wenden Sie sich gegebenenfalls an einen Mieterverein.

Aber was ist, wenn der Vermieter versucht, die Maklerprovision auf den Mieter umzulegen? Einige schwarze Schafe werden das vermutlich versuchen. Doch Vermieter können die Maklerkosten nur begrenzt auf die Miete anrechnen. Einen Aufschlag in Form einer Mieterhöhung schränkt vor allem die Mietpreisbremse ein. Demnach darf die Miete für neuvermietete Immobilien in Gegenden mit einem angespannten Immobilienmarkt maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen.

Es wird auch schwierig sein, die Maklerkosten über höhere Ablösezahlungen zurückzuholen. Das Wohnraumvermittlungsgesetz legt fest, dass Entgeltvereinbarungen unwirksam sind, wenn sie in „auffälligem Missverhältnis zum Wert der Einrichtung“ stehen. Ein Missverhältnis liegt vor, wenn die Ablöse mehr als 50 Prozent über dem Wert der Einrichtung liegt. Ein Wermutstropfen: Machen Sie den Vermieter auf die Abzocke aufmerksam, wird er das Mietobjekt eher anderen Interessenten geben.

Auch die Frage nach einer Mindestmietdauer wird wichtiger werden, weil der Vermieter nicht ständig neue Mieter suchen möchte. Schließt der Vermieter für mehrere Jahre eine Kündigung aus, sollten Sie im Vertrag festhalten, dass Sie bei einem vorzeitigen Auszug einen Nachmieter stellen können.

Thomas Soltau

 

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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