Minijobs

Das gilt nun für Minijobber in Ihrer Praxis

Eine Beschäftigung, für die nur wenig Lohn bezahlt wird, heißt „geringfügig entlohnte Beschäftigung“ – bislang 400-Euro-Job. Zum Jahresanfang stieg die Verdienstgrenze auf 450 Euro.

Ob eine Beschäftigung „geringfügig entlohnt“ ist, hängt vom regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelt ab. Das berechnet sich aus dem monatlichen Einkommen und einmaligen Einnahmen, die anteilig zum monatlichen Arbeitsentgelt addiert werden. Beträgt das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt dann maximal 450 Euro, handelt es sich um eine „geringfügig entlohnte Beschäftigung“, einen 450-Euro- oder Minijob.

Gleiches gilt auch bei monatlich schwankenden Arbeitsentgelten. Auch hier wird das (durchschnittliche) regelmäßige monatliche Einkommen gebildet. Dies gilt jedoch nicht, wenn – anders als beim regelmäßig wiederkehrenden Weihnachts- und Urlaubsgeld – die Grenze von 450 Euro nur gelegentlich und nicht vorhersehbar überschritten wird. Etwa, wenn ein Minijobber ausnahmsweise für einen erkrankten Kollegen einspringt. Eine wöchentliche Arbeitszeit für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse ist nicht vorgegeben.

Bei 450-Euro-Jobs zahlt der Arbeitnehmer keine Steuern oder Sozialabgaben. Anders der Arbeitgeber: Der muss bei Minijobs Sozialabgaben und Steuern in Höhe von rund 30 Prozent abführen. Diese setzen sich wie folgt zusammen:

  • 15,00 Prozent Rentenversicherung,
  • 13,00 Prozent Krankenversicherung,
  • 2,00 Prozent Pauschalsteuer,
  • 0,70 Prozent Umlage 1 (für Krankheit),
  • 0,14 Prozent Umlage 2 (für Schwanger-/ Mutterschaft),
  • 0,04 Prozent Insolvenzgeldumlage und
  • individuelle Beiträge an den zuständigen Unfallversicherungsträger.

In der Pauschalsteuer von zwei Prozent sind Abgaben für die Lohnsteuer, den Solidaritätszuschlag sowie die Kirchensteuer enthalten. Übrigens auch dann, wenn der Beschäftigte gar keiner Religionsgemeinschaft angehört. Die Beiträge zur Krankenversicherung entfallen, wenn der Beschäftigte privat oder gar nicht krankenversichert ist. Für die Abwicklung der Beitragszahlungen ist die Bundesknappschaft/Minijob-Zentrale zuständig. Dort meldet der Arbeitgeber seine Minijobber an, dort entrichtet er auch seine Abgaben.

 Hat ein Arbeitnehmer …
… mehrere 400 Euro-Jobs, werden seine monatlichen Arbeitsentgelte addiert. Übersteigt das monatliche Gesamteinkommen aus diesen Minijobs 450 Euro, sind diese nicht mehr versicherungsfrei. Die Minijob-Zentrale stellt dann die Versicherungspflicht fest und teilt dies dem Arbeitgeber mit. Wer einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung nachgeht, kann neben dieser einen sozialversicherungsfreien 450-Euro-Job ausüben. Jeder weitere zusätzliche 450-Euro-Job wird mit der Hauptbeschäftigung addiert und ist damit in der Regel versicherungspflichtig. Der Arbeitnehmer muss dann Abgaben für die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zahlen.

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