Urlaubsbarometer 2016

Das Reiseverhalten der Deutschen im internationalen Vergleich

Die Reiselust der Deutschen ist deutlich gesunken, dafür sind die Urlaubsbudgets gestiegen. Ausgegeben wird das Geld neuerdings gerne auch im eignene Land, wie das aktuelle Europ Assistance Urlaubsbarometer zeigt.

In diesem Jahr sind die Reisepläne für einen Sommerurlaub bei den meisten Europäern stark rückläufig. Nur noch eine knappe Mehrheit von 55% der Deutschen (7% weniger als im Vorjahr) plant eine Reise in den Sommermonaten. Dieser Abwärtstrend zeichnet sich auch in den anderen Ländern ab: -6% in Frankreich auf 57%, -11% in Spanien (49%), -8% in Italien (52%), und -10% in Belgien (47%). Österreich stellt mit einem konstanten Anteil an Urlaubswilligen (63%, +1%) eine Ausnahme dar. Jenseits des Atlantiks scheint die Stimmung positiver: Die Amerikaner und Brasilianer planen zu einem deutlich höheren Anteil von 61% bzw. 64% im Sommer zu verreisen.

Urlaubskasse der Deutschen erneut aufgefüllt

Dieses Jahr werden die deutschen Urlauber wieder mehr Geld als in den vergangenen Jahren für ihre Sommerferien ausgeben. Demnach bezahlen die Deutschen durchschnittlich für ihren Sommerurlaub inklusive Fahrt, Unterbringung, Essen und Aktivitäten am Urlaubsort 2.468 Euro (2015: 2.457 Euro) und liegen damit wiederholt über dem europäischen Durchschnitt (2.247 Euro).

In Südeuropa verzichten immer mehr Haushalte aus Kostengründen auf ihren Sommerurlaub: 35% der Italiener und 26% der Spanier sehen sich in diesem Jahr nicht in der Lage, ihren Sommerurlaub zu finanzieren. In Frankreich verzichten 20%, in Belgien 15% auf ihre Sommerreise. Dagegen müssen lediglich 6% der Deutschen und Österreicher ihren Sommerurlaub aus Kostengründen absagen.

In Übersee planen 25% der US-Amerikaner, ihre Urlaubsausgaben einzuschränken, wohingegen 40% der Brasilianer ihren Urlaubsgürtel enger schnallen müssen.

Deutschland ist weiterhin Reiseziel Nummer eins für die Deutschen Die deutschen Urlauber sind am liebsten zu Gast in Europa. Deutschland bleibt dabei mit 29% (2015: 27%) weiter das beliebteste Reiseziel der Deutschen. Besonders beliebt ist das eigene Land als Urlaubsziel auch bei Spaniern (69%), Italienern (74%) und US-Bürgern (65%).

Die beliebtesten Reiseziele der Deutschen im europäischen Ausland bleiben Italien mit 14% und Spanien mit 11%.

Die Sorge vor Terroranschlägen am Urlaubsort bleibt

Obwohl die Gefahr von Terroranschlägen bei allen Europäern eins der wichtigsten Auswahlkriterien für das Reiseziel darstellt, variiert das angegebene Ausmaß der Sorge von Land zu Land. Die eigene Sicherheit ist für die Deutschen nach wie vor ein wichtiger Entscheidungsfaktor bei der Urlaubsbuchung. Das Risiko terroristischer Anschläge hat einen starken Einfluss auf die Auswahl des Urlaubsortes und spielt für 43% der Deutschen eine zentrale Rolle bei der Urlaubsplanung. Damit liegt Deutschland über dem europäischen Durchschnitt von 40%.

Einige Länder oder Regionen werden in diesem Jahr von deutschen Reisenden, aus Sorge vor Terroranschlägen, besonders gemieden. 40% der Bundesbürger meiden ausdrücklich die Türkei als Reiseziel, gefolgt von Ägypten (17%) und Frankreich (9%).

Die Deutschen verbringen ihren Urlaub am liebsten mit Familie und Freunden

Im Sommerurlaub wollen Deutsche bevorzugt ihre Zeit mit Familie und Freunden verbringen (43%). Für 42% der deutschen Sommerurlauber steht die Erholung und Entspannung im Mittelpunkt. Im Vergleich dazu fahren 34% der Österreicher und 35% der Spanier in die Ferien, um Zeit mit ihrem sozialen Umfeld zu verbringen.

Für knapp ein Drittel der Deutschen (32%) besteht der ideale Sommerurlaub aus dem Kennenlernen fremder Kulturen.

Für die Deutschen ist Urlaubszeit gleich arbeitsfreie Zeit Den Deutschen gelingt es im europäischen Vergleich am ehesten, in ihrem Urlaub von der Arbeit abzuschalten: 80% der Befragten geben an, sich während des Urlaubs komplett aus ihrem beruflichen Umfeld zurückzuziehen. Dieser Anteil liegt in den anderen europäischen Ländern 10 bis 15 Prozentpunkte niedriger: 69% in Frankreich und Spanien, 68% in Italien, 65% in Österreich und 56% in Belgien. In Übersee sind die Trends in den beiden untersuchten Ländern unterschiedlich: während in Brasilien mit 67% ein ähnlicher Trend wie im Großteil Europas festzustellen ist, ziehen sich US-Amerikaner während des Urlaubs viel seltener völlig aus ihren beruflichen Verpflichtungen heraus (53%).

Bei der Nutzung von sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter etc.) lassen sich ähnliche Trends feststellen: Unter den Deutschen bleiben nur 28% während des Urlaubs mit ihren sozialen Netzwerken verbunden, wohingegen der europäische Durchschnittswert bei 39% liegt. Diese Nutzungsgewohnheiten der Europäer unterscheiden sich erheblich von denen der Amerikaner und Brasilianer, die zu 60% bzw. 65% während ihres Urlaubs weiterhin in ihren sozialen Netzwerken aktiv sind.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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