Quereinstieg in die Allgemeinmedizin

Bis zu 9.000 Euro: Das umstrittene Förderprogramm

Die einen heißen das neue Förderprogramm zum Quereinstieg in die Allgemeinmedizin willkommen, die anderen regieren empört darauf. So auch der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands. Der Präsident des Verbandes, Josef Düllings, kritisierte „die enorme Abwerbeprämien für Krankenhausärzte“.

Das erst kürzlich vorgestellte Programm richtet sich insbesondere an Internisten, aber auch an Fachärzte für Anästhesiologie und Chirurgie. Das Programm beinhaltet für die Quereinsteiger in die Allgemeinmedizin eine ein bis zwei Jahre lange finanzielle Förderung von bis zu 9.000 Euro im Monat. Sowohl die Kassenärztliche Vereinigung wie auch die Krankenkassen finanzieren die Förderung jeweils zur Hälfte. Zunächst sollen kleinere Kommunen mit bis zu 40.000 Einwohnern von dem Programm profitieren. Zusätzlich bezuschusst das Land weitere 500 Euro im Monat, wenn der Quereinstieg in einer Region absolviert wird, die bereits jetzt unterversorgt oder von Unterversorgung bedroht ist.

Verlust: Auf welcher Seite?

Mit dieser Förderung sollen vor allem die finanziellen Einbußen, die ein solcher Quereinstieg normalerweise, während der Weiterbildungs- oder Erfahrungszeit mit sich bringt, vermieden werden. „Die Prämien, die jetzt im Raum stehen–108.000 Euro im Jahr, werden vermutlich für eine ganze Reihe von Krankenhäusern erhebliche personelle Einschnitte im ärztlichen Bereich bedeuten. Wenn das bundesweit Schule macht, können sich die Kliniken in ländlichen Regionen von der Versorgung abmelden“, so laut Aussage des Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Alles was die Politik in den letzten Jahren versäumt hat, soll jetzt auf Kosten der Krankenhäuser gelöst werden. Zudem würde bei diesem Vorhaben nicht nur die Patientenversorgung gefährdet werden, sondern auch die Weiterbildung in den Kliniken untergraben, so laut Aussage des VKD-Präsidenten.

Mehr qualifizierte Hausärzte

Großes Lob für das Förderprogramm kam vom Hausärzteverband Nordrhein. Diese Vereinbarung zwischen den verschiedenen Akteuren in NRW sichere den qualifizierten Quereinstieg von Fachärzten in die Allgemeinmedizin. Während dieser Feststellung des Verbandes, verwies er gleichzeitig auf seine Rolle bei der Qualifizierung künftiger Hausärzte. So sind neben den fachlichen Qualifikationen auch die unternehmerischen und persönlichen Kompetenzen für den Allgemeinarzt sehr wichtig und zwingend notwendig. „Wir coachen die Fachärzte, die den Quereinstieg und die eigene Hausarztpraxis anstreben“, sagt der zweite Vorsitzende des Hausärzteverbandes Nordrhein, Oliver Funken.

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