Richtige Absicherung

Der angestellte Arzt – Haftungsfehler erkennen und vermeiden

Immer häufiger sind Ärzte in Gemeinschafts- oder Einzelpraxen als Arbeitnehmer angestellt. Doch warum geht der Trend überhaupt zu einer Angestelltentätigkeit? Und welche Risiken und Haftungsfallen sind damit verbunden?

Immer häufiger sind Ärzte in Gemeinschafts- oder Einzelpraxen als Arbeitnehmer beschäftigt. Doch was bestimmt diesen Trend hin zu einer Angestelltentätigkeit? Die Gründe dafür sind vielfältig: Flexible Arbeitszeiten, Befreiung vom wirtschaftlichen Risiko, Entlastung vom Praxisführungsaufwand sind nur einige der Dinge, die approbierte Ärzte dazu motivieren, ihre Tätigkeiten in Form eines Angestelltenverhältnisses auszuüben.

Allerdings kann ein solches Angestelltenverhältnis für den Arzt auch Nachteile haben. Denn bei Behandlungsfehlern und Schäden haftet nicht immer automatisch der Praxisinhaber. Was passiert also, wenn zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer keine spezielle Vorsorge getroffen wurde? In diesem Fall sind nur vertraglich festgelegte Haftpflichtansprüche im Versicherungsschutz enthalten.

Für alle anderen nicht festgelegten Haftungsfälle greift dann die sogenannte deliktische Haftung. Im Endeffekt bedeutet das für den betroffenen Arzt, dass er grundsätzlich trotzdem für einen Schaden des Patienten aufkommen muss, wenn er diesen durch einen Fehler bei der Behandlung verschuldet hat. Aus diesem Grund raten immer mehr Experten angestellten Ärzten zum Abschluss einer eigenen – d.h. vom Arbeitgeber unabhängigen – Berufshaftpflichtversicherung, um Haftungsfehler zu vermeiden. Ein weiterer Vorteil einer zusätzlichen Absicherung: Bei unberechtigten Vorwürfen gegen den Arzt werden die anwaltlichen Kosten ebenfalls von der Versicherung abgedeckt.

Weitere Haftungsfallen

Und auch unabhängig vom normalen Arbeitsalltag lauern Rest-Risiken für den Arzt: Ärztliche Handlungen außerhalb der Praxis, wie etwa Erste-Hilfe-Handlungen, Notfallbehandlungen, KV-Dienste oder ärztliche Freundschaftsdienste können im Schadensfall nicht von der Versicherung abgedeckt sein. Auch für solche Fälle empfiehlt sich eine separate Absicherung. Das kann selbst für fehlerhafte Freundschaftsdienste durch den angestellten Arzt gelten.

Das Augenmerk sollte zudem auch auf die Versicherung gegen höhere Schadensersatzforderungen gerichtet sein. Schnell kann eine solche Forderung die vereinbarte Deckungssumme des Praxisinhabers übersteigen. Ein Risiko lauert für den angestellten Arzt auch, wenn der Betreiber der Praxis im Zahlungsrückstand gegenüber der Versicherung ist.

Unter dem Strich kann ein Angestelltenverhältnis für den Arzt also nicht nur Vorteile bergen, sondern auch Haftungsfallen beinhalten, insbesondere wenn im Vorhinein keine entsprechenden Regelungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgelegt worden sind. Was Sie über das Haftungsrisiko des angestellten Arztes wissen müssen, erläutert Ihnen Michael Schanz, Chefredakteur der Rechtsdepesche für das Gesundheitswesen in seinem Videobeitrag.

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Steven Ohle

Steven Ohle

Produktmarketing bei HDI Vertriebs AG

Steven Ohle ist bei der HDI Vertriebs AG in Hannover als Projektleiter für die Kooperation mit arzt-wirtschaft.de verantwortlich.

Seit 2018 betreut Steven Ohle die Berufsgruppen der Freien Berufe mit dem Schwerpunkt Ärzte und Gesundheitsfachberufe.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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