Laufende Kosten bei Ausfall abfedern

Wenn der Praxisinhaber krank wird: Welche Versicherung hilft?

Was, wenn der Arzt selber krank wird und die Praxis nicht weiterführen kann? Oder gar ganz zumachen muss? Da bieten sich zwei Varianten an: Krankentagegeld und/oder Praxis-Ausfallversicherung.

Viele niedergelassene Ärzte haben für den Krankheitsfall mit einer Tagegeld-Police vorgesorgt. Aber: Manche wissen aber nicht, dass die Krankentagegeldversicherung nur das Nettoeinkommen des Arztes deckt, nicht aber die laufenden Kosten. Also Personalaufwand, Miete, Praxiskosten, Abschreibungen, Leasingraten etc..

„Das kann bei längerer Arbeitsunfähigkeit schnell zu einer größeren finanziellen Last werden“, warnen die Experten. Die Praxisausfallversicherung kann im Idealfall eine gute Ergänzung zum Krankentagegeld sein. In der Regel muss eine 100-prozentige Prozent Arbeitsunfähigkeit vorliegen. Es gibt aber auch Anbieter, die schon bei 50 % leisten.

Man kann auch den entgangenen Gewinn absichern

Die Basis für die Versicherungssumme sind die Gesamtkosten. Zu bedenken: Wenn der Arzt seine Praxis krankheitsbedingt ganz schließt und sie nach überstandener Krankheit (z. B. nach drei Monaten) wieder öffnet, wird er in der Regel feststellen, dass zahlreiche Patienten zu Kollegen abgewandert sind. Konsequenz: erhebliche Umsatzeinbußen. Auch bei der Vertreter-Lösung gibt es sicherlich Rückgänge, aber der Patientenstamm bleibt im wesentlichen erhalten. Der Arzt steht nicht vor einem leeren Wartezimmer.

Mit anderen Worten, die Kostensituation ändert sich in diesem Falle. Was bei der Ermittlung der Versicherungssumme eine Rolle spielt. Der Umsatz geht etwas zurück, die Fixkosten bleiben natürlich. Alternativ kann die Ausfallversicherung auch den entgangenen Gewinn abdecken.

Eine normale Ausfall-Police, die nur die Kosten deckt, kostet für einen 38-jährigen Arzt rund 1.000 Euro im Jahr – bei einer Leistung ab 22. Tag, 150.000 Euro Versicherungssumme, begrenzt auf ein Jahr. Wer nun auch den entgangenen Gewinn mitversichern möchte, sollte gleich eine zusätzliche Betriebsunterbrechungs-Versicherung nehmen.

Dann werden auch Unterbrechungsausfälle aufgrund von Sachgefahren, sprich Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser, Sturm und Hagel, eingeschlossen. Wichtig: Bei Abschluss einer Praxisausfallversicherung findet immer eine Gesundheitsprüfung statt. Zudem wird bedingungsgemäß ein Höchsteintrittsalter definiert und meist ab einem bestimmten Eintrittsalter ein Zuschlag auf die Prämie angerechnet. Noch etwas: Der Versicherung kann nach Ablauf kündigen oder schon nach dem ersten Schadenfall.

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