Wann sich der Schritt für Ärzte und MFA wirklich lohnt

Einspruch beim Finanzamt: Holen Sie sich Ihr Geld zurück!

Jeder dritte Steuerbescheid ist fehlerhaft, schätzt der Bund der Steuerzahler. Ärzte sollten das Dokument deshalb besser genau prüfen. Falls Sie feststellen, dass tatsächlich ein Fehler vorliegt, müssen Sie schnell Einspruch erheben, die Fristen sind nämlich kurz. Wer den Schritt wagt, hat aber gute  Erfolgsaussichten.

Die meisten Steuerzahler verlassen sich darauf, dass die Finanzbeamten ihren Job schon richtig machen und der Steuerbescheid in Ordnung ist. Das ist allerdings keine gute Idee. Der Bund der Steuerzahler geht davon aus, dass jeder dritte Einkommenssteuerbescheid fehlerhaft ist. In seinem Buch „Steuern einfacher machen“ stellt der emeritierte Heidelberger Professor Manfred Rose sogar die These auf, dass die „meisten Finanzämter“ bei einer Fehlerquote von über 50 Prozent liegen.

Auch wenn es manchem Steuerzahler lästig erscheint, der begründete Einspruch gegen den Steuerbescheid lohnt sich. Allein im vergangenen Jahr registrierten die Finanzämter laut Bundesfinanzministerium 3,5 Millionen Einsprüche. In fast 65 Prozent der Fälle gaben die jeweiligen Ämter dem Widerspruch statt. Zumindest ein paar hundert Euro mehr sind da meist schon drin.

In diesen Fällen sollten Sie Einspruch erheben

Dabei lassen sich nicht nur die Fehler des Amtes noch ausmerzen. Auch wenn der Steuerzahler Belege vergessen oder nachträglich Sparchancen entdeckt hat, lohnt sich sein Veto. Erfahren Sie von Verfahren, die in gleicher Sache bereits vor Gericht verhandelt werden, können Sie sich mit einem Einspruch und Verweis auf laufende Musterverfahren ebenfalls noch einklinken. Geben Sie das entsprechende Aktenzeichen an und beantragen Sie ein Ruhen des Verfahrens bis zum Ausgang des Prozesses. Sie haben dann keine Anwalts- oder Gerichtskosten, profitieren aber trotzdem von einer positiven Entscheidung.

Die Gründe für den Einspruch dürfen Sie übrigens nachreichen. Andersrum sollte das Finanzamt z.B. nicht vergessen zu begründen, warum es bestimmte Ausgaben nicht berücksichtigt hat. Das allein ist nämlich auch schon ein guter Grund für einen Einspruch. Argumente haben Sie auch, wenn Beamte Angaben nicht korrekt übernehmen, Nachweise zu Unrecht nicht anerkennen oder Gesetze falsch auslegen.

Zu lange warten dürfen Steuerzahler mit der Nachricht ans Finanzamt aber nicht: Für den Einspruch gilt eine Frist von einem Monat. Ausschlaggebend ist das im Bescheid angegebene Datum: Die Frist beginnt drei Tage später zu laufen. Auch bei einem elektronischen Bescheid startet der Fristablauf am dritten Tag nach Absendung der elektronischen Benachrichtigung. Wer Einspruch einlegen will, muss dies schriftlich tun. Möglich sind also ein Brief, ein Fax, meistens auch eine E-Mail und sogar ein Telegramm.

Haben Sie die Einspruchsfrist wegen längerer Abwesenheit oder Krankheit verpasst, können Sie eine „Wiedereinsetzung in den vorigen Stand“ beantragen und dann den Einspruch nachreichen. Diese Chance bekommen Sie allerdings nur, wenn Sie die Frist nachweislich unverschuldet verpasst haben.

Wichtig zu wissen: Ein Einspruch entbindet Sie nicht von der Pflicht, die festgesetzen Steuern zu bezahlen. Sie können auf Erstattung des Geldes hoffen oder eine Aussetzung der Vollziehung beantragen. Wird ihr Einspruch abgeschmettert, fallen allerdings Verzugszinsen an.

Vorsicht: Das Finanzamt kann den Bescheid aufgrund des Einspruchs gegen den Steuerbescheid auch zu Ungunsten des Steuerzahlers ändern. Diese Absicht muss der Beamte aber vorher ankündigen, damit Betroffene den Einspruch rechtzeitig zurückziehen können.

infografik_5825_einspruch_beim_finanzmat_lohnt_n

FeedbackSenden

Anzeige

Honorararzttätigkeit und ihre Tücken

Die Tätigkeit als Honorararzt ist ein Trend, von dessen Flexibilität Auftraggeber und Arbeitnehmer profitieren. Allerdings gibt es bei der Vereinbarung einige kritische Punkte, die man genau prüfen... Mehr
Author's imageAxel SchirpProduktmarketing bei HDI Vertriebs AG

Weitere Artikel zum Thema:

Ärzte als Vermieter

Holen Sie sich Ihr Geld zurück!


Steuerzahler stimmen ab

Das kundenfreundlichste Finanzamt Deutschlands


Nachzahlung vom Finanzamt

Verzugszinsen vom Finanzamt


Buchtipp der Woche

Fit fürs Finanzamt


Formloses Schreiben reicht

Einkommensteuererklärung: Jetzt Fristverlängerung beantragen


Anzeige
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne Bewerten
Drucken