Trendwende in Sicht

Der Zins ist zurück: Was das für Anleger und Häuslebauer bedeutet

Die Zinswende ist da, auch wenn die EZB das nicht wahrhaben möchte. Die Rendite einer zehnjährigen Bundesanleihe stieg zuletzt auf 0,72 Prozent. Im September 2017 war die Rendite noch negativ. Was bedeutet das für Aktien, Anleihen und Baufinanzierungen? Vermögensberater Ralph Rickassel* gibt die Antwort.

Den Marktteilnehmern scheint allmählich klar zu werden, dass die Konjunktur läuft. Immer weniger Akteure erwarten noch weiter sinkende Renditen. Die Bereitschaft, in Anleihen mit negativer Rendite zu investieren, sinkt dramatisch. Zwangsläufig steigen die Renditen am Markt deutlich an. Wenn die Renditen für Anleihen attraktiver werden, dann werden sie, zumindest theoretisch, zu einer Alternative für Aktien.

Diese Überlegungen könnten die ersten großen Investoren veranlasst haben, ihre Aktienbestände zu reduzieren und in Anleihen umzuschichten. Was dann zumeist folgt, ist ein Herdentrieb: Hohe und schnelle Abflüsse aus passiv gemanagten Fonds (ETFs) lösen Signale aus, die von computergesteuerten Anlagesystemen erkannt und mit automatisch ausgelösten Verkaufsaufträgen begleitet werden. Bei den Charttechnikern reißen wichtige Unterstützungsmarken und schon beginnt die Massenflucht aus den Aktienmärkten, obwohl sich an den positiven wirtschaftlichen Rahmendaten rein gar nichts geändert hat.

Kertwende an den Kapitalmärkten

War dies jetzt die Kehrtwende an den Kapitalmärkten oder handelt es sich nur um eine technische Reaktion, die als abkühlendes Gewitter die Märkte vor dem Heißlaufen schützt? Eines dürfte klar sein: Die Zinswende ist da, auch wenn die EZB das nicht wahrhaben möchte.

Für Anleger besteht weiter die Gefahr, mit sicheren deutschen Bundesanleihen erhebliche Verluste einzufahren. Wenn das Marktzinsniveau weiter steigt, sinkt der Kurs bestehender Anleihen, da sich deren Renditen dem Marktniveau anpassen. Wer kann, sollte vorerst auf extrem niedrig verzinste deutsche Staatsanleihen verzichten.

Auch wenn kurzfristig nicht mit Tagesgeldzinsen von zwei Prozent oder mehr zu rechnen ist, für Baufinanzierungskunden kann es sich lohnen, bereits ein Angebot für anstehende Prolongationen bei seiner Bank anzufordern. In fünf Jahren freut man sich sicherlich über eine Eins vor dem Komma bei zehn Jahren Laufzeit.

Investoren sollten ruhig bleiben

Langfristig orientierte Aktieninvestoren sollten sich von dem Februargewitter nicht aus der Ruhe bringen lassen. Mit dem Abebben der Geldschwemme rückt die differenzierte Betrachtung einzelner Investments wieder in den Vordergrund und löst das große Einerlei nach und nach ab. An der positiven Weltkonjunktur hat sich nach wie vor nichts geändert und mit Korrekturen von bis zu 25 Prozent sind viele Titel wieder attraktiv bewertet.

Der Autor: *Ralph Rickassel ist Vermögensberater bei der PMP Vermögensmanagement in Düsseldorf.

Anzeige

Dr. med. Hennefründ: „Sichere Liquiditätsplanung dank der PVS!“

Die „tagesklinik Oldenburg“ ist eine gynäkologische Klinik und ein Kinderwunschzentrum, also ein Zusammenschluss von mehreren Ärzten. Da ist eine verlässliche Liquiditätsplanung besonders wich... Mehr
Author's imageServiceredaktion

Weitere Artikel zum Thema:

Grafik der Woche

2017, das Boom-Jahr für Kryptocoins


Nicht blind zugreifen

Was bei der Finanzberatung zu beachten ist


Grafik der Woche

Die DAX-Unternehmen mit der höchsten zu erwartenden Dividende


Gehören nicht zum regulären Devisenmarkt

Finanzexperten warnen vor Bitcoins


Steuern sparen

Freistellungsantrag: Freibetrag für Kapitalerträge nutzen


Anzeige