Ist die IBAN schuld?

Deutsche lassen Arztrechnungen besonders lange liegen

Seit der Einführung der IBAN bleiben Rechnungen wieder länger liegen. Zu denen, die besonders lange auf Ihre Geld warten müssen, gehören Ärzte.

Das Frühjahr ist die klassische Jahreszeit, um Ordnung zu schaffen – nicht nur im Haus, sondern auch beim leidigen Papierkram. Die Steuererklärung steht an, und bei der Gelegenheit bietet es sich an, Rechnungen und Co. zu sortieren. Denn über 90 Prozent der Deutschen haben solche Unterlagen nicht immer griffbereit, sondern müssen sie in Ordnern und Papierstapeln suchen. Bei jedem Vierten ist es die Regel, dass nötige Papiere zunächst nicht auffindbar sind. Auch unbezahlte Rechnungen im Ablagestapel sind keine Seltenheit: Jeder Zweite hat mindestens eine offene Rechnung zu Hause liegen. Das sind Ergebnisse einer aktuellen comdirect-Umfrage unter 1019 Deutschen ab 18 Jahren.

Rechnungsstau aufgrund von IBAN

Die comdirect-Studie gibt auch einen Hinweis darauf, wie es zu den Papierstapeln der Deutschen kommt. Eingehende Rechnungen immer sofort zu bezahlen und abzulegen – das gelingt nämlich nur rund der Hälfte der Deutschen. Fast ein Drittel der Deutschen hat gleich mehrere offene Rechnungen zu Hause liegen.

Drei von zehn Bundesbürgern lassen sich mit der Bezahlung eine Woche Zeit. Jeder Dritte zögert seine Zahlung bis kurz vor Fälligkeitsdatum heraus. Fast zehn Prozent lassen es bis zur ersten Mahnungen kommen. Die Top 3 der Rechnungen, die gerne länger liegen gelassen werden: Bußgeldbescheide, Rechnungen über Online-Einkäufe – und Arztrechnungen.

Laut der comdirect-Umfrage liegt es aber nicht an der Art der Rechnung, sondern am Aufwand für die fällige Überweisung. Demnach haben 57 Prozent der Bundesbürger Probleme mit der 22-stelligen IBAN. Bis Ende Januar konnten sich die Verbraucher noch mit Kontonummer und Bankleitzahl behelfen, das ist mit Ablauf der SEPA-Umstellungsfrist nicht mehr möglich. Für ein Drittel stellt das Abtippen der IBAN den aufwändigsten Part bei jeder Online-Überweisung dar. Jeder Fünfte ist von der manuellen Eingabe so genervt, dass er deshalb möglichst ein Gerät nutzt, um die Nummer zu kopieren und in ein Überweisungsformular einzufügen. Fast ebenso viele versuchen, das Problem zu umgehen, indem sie alternative Zahlungsmethoden wie Lastschrift oder Kreditkarte verstärkt nutzen.

Für die Studie hat das Marktforschungsinstitut Toluna im März 2016 insgesamt 1019 Deutsche ab 18 Jahren bevölkerungsrepräsentativ befragt.

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