Fonds

Deutsche Mischfonds: Eine vergleichsweise erfolgreiche aber teure Geldanlage

Das Vermögen der deutschen Mischfonds liegt bei rund 285.500 Millionen Euro, Tendenz steigend. Anleger sollten aber genau auf den Track Record und die Kosten schauen.

Mit einem Anteil von 47 Prozent Mischfonds am gesamten Investment in Fonds liegt Deutschland laut dem BVI Bundesverband Investment und Asset Management europaweit an der Spitze. Das Vermögen der in Deutschland zugelassenen Mischfonds lag zum Stichtag 31. März 2019 bei rund 285,5 Milliarden Euro.

Mischfonds sind keine Selbstläufer

Der Vorteil für viele Anleger: Investmentfonds, die Aktien, Anleihen, Geldmarkttitel, Rohstoffe, Edelmetalle und Immobilien anlegen können, begrenzen den Schaden, den fallende Börsen den Anlegern zufügen können. Viele Mischfonds haben es so im vergangenen Jahr geschafft, im Vergleich zum deutschen Aktienindex Dax und dem europäischen Aktienindex EuroStoxx weit weniger schlecht abzuschneiden. Zugleich sind sie nicht immer ganz vorne mit dabei, wenn die Kurse steigen. Im Durchschnitt sind Renditen zwischen drei und fünf Prozent jährlich möglich.

Dennoch sind Mischfonds kein Selbstläufer. Viele Produkte sind vergleichsweise teuer. Die laufenden Kosten liegen oft bei mehr als 1,5 Prozent pro Jahr und laut einer Morningstar-Studie haben Mischfonds in den vergangenen drei beziehungsweise fünf Jahren nur eine Performance zwischen 0,01 und 0,75 Prozent pro Jahr hingelegt.

Welche Fragen Sie sich stellen sollten

Und genauso sollten sich Interessenten eine Reihe an Fragen hinsichtlich des Fonds beantworten: Wann hat es signifikante Kurseinbrüche an den Märkten gegeben und wie haben zu diesem Zeitpunkt beziehungsweise in diesem Zeitraum die entsprechenden Mischfonds reagiert? Werden eher defensive Aktien oder sogenannte Betaaktien eingesetzt? Und unter welchen Gesichtspunkten werden Aktien aus dem Fonds verkauft?

Dazu gehört, die Fondsmanager und deren jeweiligen Strategien zu kennen. Das erhöht bei Marktveränderungen die Sicherheit, dass die Reaktionen der Fondsmanager mit den Vorstellungen der Anleger und Vermögensverwalter einhergehen. Auch der Track Record eines Mischfonds spielt eine Rolle. Hat ein Manager in der Vergangenheit nachgewiesen, einen strategisch passenden Fonds dauerhaft in der Gewinnzone halten zu können, ist das in aller Regel ein guter Indikator für die Zukunft.

Den Überblick behalten

Doch auch bei Neulingen können Anleger interessante Konzepte finden. So hat die Investmentgesellschaft Deka den „Frankfurter Sparkasse Multi Invest Flexibel“ neu aufgelegt, der in den vergangenen Monaten rund fünf Prozent zugelegt hat. Das Fondsmanagement verfolgt die Strategie, je nach Marktlage weltweit in Aktien, verzinsliche Wertpapiere, Währungen und Rohstoffderivate zu investieren. Der „Frankfurter Sparkasse Multi Invest Flexibel“ ist mit mindestens 25 Prozent in Aktien investiert.

Apropos Mindestaktienquote von 25 Prozent: Aufgrund des neuen Investmentsteuerreformgesetzes ist es wichtig, dass Mischfonds mindestens diesen Anteil an Aktien halten, um eine 15-prozentige Steuerfreistellung der Erträge zu erreichen. Diesen Aspekt sollten Anleger bei der Auswahl ihrer Mischfonds im Blick behalten, um nicht über eine erhöhte Besteuerung Gewinne einzubüßen.

Autor: Thomas Hünicke, geschäftsführender Gesellschafter der WBS Hünicke Vermögensverwaltung GmbH in Düsseldorf.

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