Aktuelle Studie

Deutsches Gesundheitssystem: teuer und trotzdem nur Mittelmaß

Die teuersten Gesundheitsysteme der Welt sind nicht unbedingt auch die besten, das bestätigen Harvard-Wissenschaftler in einer aktuellen Studie. Als negatives Beispiel dient dabei ausgerechnet das Deutsche Gesundheitssystem.

Gesundheitsökonomen der Harvard-Universität haben Gesundheitssysteme in elf wohlhabenden Ländern untersucht. Anhand von 98 Kriterien wurde der Nutzen analysiert. Dabei wurden die Ausgaben erfasst und in Relation zu Lebenserwartung, Lebensqualität, Gesundheit und Wohlbefinden der jeweiligen Bürger gesetzt. Eines der Ergebnisse: Deutschlands Gesundheitssystem gehört zwar zu den teuersten, aber nicht zu den besten.

An der Spitze der Ausgaben liegen die USA. Hier fließen 17,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in das Gesundheitswesen. Auf Platz 2 folgt die Schweiz (12,4 Prozent), auf Platz 3 Schweden (11,9 Prozent). Deutschland liegt mit 11,3 Prozent auf Platz 4. Doch trotz der hohen Kosten ist die Gesundheit der Menschen in Deutschland teilweise schlechter als in den Ländern, in denen deutlich weniger bezahlt wird. Was den Anteil der Raucher und den Alkoholkonsum anbetrifft, wird Deutschland z.B. nur noch von Frankreich übertroffen.

Hohe Mütter- und Kindersterblichkeit

Aber auch die Detailsauswertungen zeichnen ein schlechtes Bild vom hiesigen Gesundheitswesen. So hat Deutschland die dritthöchste Müttersterblichkeit in den untersuchten Ländern und schneidet bei der Kindersterblichkeit nur geringfügig besser als der Durchschnitt ab.  

Zugleich ist die Zahl der Eingriffe extrem hoch: In keinem anderen Land der Welt wird Frauen so oft die Gebärmutter entfernt, werden so viele Kernspinuntersuchungen durchgeführt oder verengte Kranzgefäße aufgedehnt. Beim künstlichen Gelenkersatz liegt Deutschland nach der Schweiz (Hüfte) und den USA (Knie) auf Platz 3. Als Folge der vielen Eingriffe ist auch die Zahl der stationären Krankenhausaufenthalte nirgendwo so hoch wie in Deutschland. Auch die Anzahl der Arztbesuche ist in Deutschland etwa doppelt so hoch wie in Schweden, Dänemark oder der Schweiz. 

Hohe Ausgaben garantieren keine Gesundheit

Hohe Ausgaben, häufige Arztbesuche und überdurchschnittlich viele Untersuchungen führen aber keinesfalls automatisch dazu, dass die Bürger gesünder sind. Tatsächlich liegen die Deutschen bei der Lebenserwartung deutlich zurück und auf dem vorletzten Platz unter den analysierten OECD-Ländern. In der Schweiz leben die Menschen z.B. 2,3 Jahre länger. Nur die USA haben noch schlechtere Werte als Deutschland.

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