So investieren echte Strategen

Die 10 größten Fehler, die Ärzte bei der Geldanlage machen

Heute gibt es so viele Möglichkeiten für Ärzte, ihr Geld sinnvoll und gewinnbringend anzulegen. Ob nun Aktien, Immobilien oder Anleihen – für jeden Anlegertyp gibt es die passende Strategie. Doch es lauern ebenso viele Fallen, die das Kapital ruckzuck schmälern können. Im schlimmsten Fall droht sogar der Totalverlust des Vermögens. Soweit wird es aber nicht kommen, wenn Sie die folgenden Fehler bei der Geldanlage vermeiden.

Nur auf Sicherheit setzen

Lässt man sein Geld auf dem Sparkonto, lässt die Inflation und die Nullzinspolitik das Vermögen drastisch schmelzen. Ein gewisses Risiko müssen Ärzte also schon eingehen, wenn sie ihr Geld vermehren und zum Beispiel auch im Alter genug zum Leben haben wollen. Wer sein Geld breit streut und einen langen Anlagehorizont hat, kann das Verlust-Risiko deutlich senken.

Alles investieren

Ein absolutes No-Go, selbst wenn das Angebot noch so reizvoll klingt: Ärzte sollten niemals ihr gesamtes Geld, dass sie „übrig“ haben, in Aktien oder Anleihen anlegen. Ein Teil sollte immer auch kurzfristig verfügbar sein. Sonst kann der Anleger nicht reagieren, wenn er plötzlich Geld braucht. Hat er keine Reserven, müsste er in so einer Situation seine Anlagen verkaufen – möglicherweise mit Verlusten, weil die Kurse gerade gefallen sind. Bei manchen Anlagen, wie geschlossenen Fonds, ist ein vorzeitiger Verkauf der Anteile sogar praktisch unmöglich.

Eindimensional denken

Es mag ja sein, dass man z.B. von Apple- oder BMW-Produkten fasziniert ist. Dennoch wäre es wirtschaftliches Harakiri, würde man sein gesamtes Geld in diese Firmen investieren. Warum? Ganz einfach, weil es ein zu einseitiges Investment ist. So etwas wird früher oder später immer zum Problem. So namhaft kann eine Firma gar nicht sein, dass sie dieses Risiko wert wäre.

Echte Strategen verteilen ihr Geld immer auf mehrere Titel und Anlageklassen. Bei der Auswahl der Branchen sollte man darauf achten, dass einige stärker von der konjunkturellen Entwicklung abhängen als andere. Hightech- und Industriewerte zählen beispielweise zur ersten, Pharmafirmen und Versorger zur zweiten Gruppe. Wer sein Vermögen daher breitgestreut über Aktien, Anleihen, Branchen und Länder anlegt, vermindert sein Risiko. Wer es sich nicht zutraut, seine Aktien und Anleihen selber auszuwählen, sollte auf Fonds setzen.

Vorsicht vor der Gier

Wir alle lassen uns gerne von hohen Renditen verführen, obwohl wir wissen, dass dies immer mit einem gewissen Risiko zusammenhängt. Aber wo bitte gibt es Renditen von 15 oder gar 20 Prozent? Bei solchen Angeboten müssen sofort alle Alarmglocken klingeln. Eine Grundregel der Geldanlage ist, dass eine hohe Rendite auch mit einem hohen Risiko einhergeht. Realistischer als zweistellige Werte sind eher Renditen um die fünf Prozent im Jahr.

Achtung Kostenfalle

Ausgabeaufschläge, Managementgebühren, Servicebeiträge – beim Kauf von Aktien gilt es vieles zu berechnen, bevor der Anleger in die Gewinnzone kommt. Beim Kauf von Aktien fallen zusätzlich zum Kurswert Ordergebühren an. Auch der Verkauf kostet und die Depotführung ist vielerorts ebenfalls nicht umsonst. Preiswerter sind sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds), die stur bestimmte Indizes nachbilden und daher kaum Gebühren verursachen. Und bei den Order- und Depotgebühren gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Banken. Also, Augen auf beim Aktienkauf.

Beratern vertrauen

In erster Linie sollten Ärzte auf freie Berater setzen, die Sie zwar für ihre Dienste bezahlen, aber die nicht auf Provisionen der Versicherungen schielen. Alle anderen Berater erhalten für die Vermittlung von bestimmten Wertpapieren und Verträgen Provisionen von den Banken und Versicherungen. So kommt es, dass die Berater oft das Produkt empfehlen, das für sie den höchsten Gewinn abwirft und nicht das, was am besten zu den Bedürfnissen ihres Kunden passt. Anleger sollten die Empfehlungen ihres Beraters deshalb stets kritisch hinterfragen.

In unverständliche Produkte investieren

Kaufen Sie nur das, was Sie auch wirklich verstehen. Zertifikate und andere Derivate sind oftmals extra kompliziert konstruiert und damit schwer zu verstehen. Die Risiken, die in ihnen stecken, sind für Laien kaum abschätzbar. Anleger sollten sich also genau über die Risiken und Chancen informieren, die sie einkaufen.

Verkaufen, wenn der Kurs fällt

Kursbewegungen nach unten sollten niemals ein Grund zum Verkaufen sein. Am nächsten Tag geht es oft schon wieder nach oben. Anleger sollten daher einen langfristigen Horizont haben und nicht hektisch umschichten. Das verursacht nur hohe Gebühren bei der Bank und die Gefahr ist groß, dass man nicht mehr dabei ist, wenn es wieder aufwärts geht.

Auf Aktien sitzen bleiben

„Die kommt schon wieder“ – gerne reden sich Anleger ein, dass der Kursabsturz einer Aktie in ihrem Depot nur kurzfristig ist. Der Markt wird schon erkennen, dass das Unternehmen in Wirklichkeit eine große Zukunft hat. Nur selten geht dieser Wunsch auf. Anleger sollten sich eine Schwelle setzen, ab der sie die Reißleine ziehen und verkaufen, damit die Verluste nicht noch größer werden. Dazu ist es auch möglich, der Depotbank sogenannte Stop-Loss-Marken zu nennen. Sobald der darin genannte Kurs erreicht wird, verkauft die Bank die Aktie automatisch.

Sich nicht kümmern

Auch wenn Anleger langfristig orientiert sein sollten heiß das nicht, dass sie die Dinge schleifen lassen sollten. Wer sein Geld an der Börse anlegt, sollte sich regelmäßig einen Überblick über sein Depot und neue Anlagemöglichkeiten verschaffen, um nicht böse überrascht zu werden.

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