PKV

Die Crux mit der Selbstbeteiligung!

In den Ärztetarifen kann man mit größerem Eigenanteil die Prämien reduzieren. Seit Jahresbeginn lohnt sich für Gutverdiener auch die niedrige Selbstbeteiligung, weil das Finanzamt mithilft. A&W-Autor Claus Cory über die Details.

Selbstbehalte lohnen sich besonders für Mediziner.
Weil es ärztespezifische Varianten gibt – etwa die Selbstbeteiligung für Arzneimittel und/oder Arzthonorar in unterschiedlicher Höhe. Beitragssparend sind auch prozentuale Selbstbehalte, weil die – im Gegensatz zu den absoluten Modellen – das subjektive Risiko kleiner halten. Gemeint ist: Wer etwa immer 20 Prozent einer Rechnung selbst begleicht, wird eher an die Kosten denken.

Großschadentarife, die etwa 5.000 Euro Eigenanteil haben, sind zwar preiswert. Doch in diesen Fällen wäre es besser, die Selbstbeteiligung abzusenken und lieber von der Beitragsrückerstattung zu profitieren, die bis zu sechs Monatsbeiträgen betragen kann. Einige Experten raten wiederum zu den günstigeren Kompakttarifen, die gewisse Randleistungen ausklammern und auch Begrenzungen bei der GOÄ haben. Andere warnen vor dem „Leistungsabstieg“. Ein Insider: „Gerade Ärzte wollen, wenn sie schwer erkranken, eine Kapazität in Anspruch nehmen. Solche Kollegen, oft monatelang ausgebucht, werden kaum das 2,3-Fache verlangen!“ Der Standardtarif schließlich ist für den Arzt keine Alternative.

Finanzamt zahlt mit. Nun können seit Jahresanfang Krankenversicherungs-Beiträge weit höher abgesetzt werden als bislang. Allerdings nicht in vollem Umfang. „Gutverdienenden Selbstständigen mit hoher Beitrags- und Steuerlast bringt das – je nach Familiengröße und absetzbarer Summe – oft bis 2.000 Euro Ersparnis“ – so die Zeitschrift Capital. Insgesamt sind bis 80 Prozent absetzbar. Sonderleistungen wie Chefarzt, Einbettzimmer, Kranken- und Pflegegelder sowie Zahnimplantate oder Kieferorthopädie fallen raus.

Ein konkretes Beispiel: Ein 65-jähriger selbstständiger Arzt zahlt für seine Vollversicherung plus Pflegeversicherung plus Tagegeld 790 Euro im Monat. Steuerlich abzugsfähig sind laut Bescheinigung des PKV-Unternehmens 570 Euro, also 72 Prozent.

Tarif umgestalten. Die Logik aus der neuen Regelung wäre, dass Gutverdiener die Selbstbeteiligung wieder niedriger ansetzen. Vorsicht aber bei Bestandskunden: Wer sein Limit reduzieren will, muss eventuell mit Risikozuschlägen rechnen. Aber: Die ganze Rechnerei wurde über den Haufen geworfen, da die PKV-Unternehmen zum 1. Januar 2010 saftige Prämienerhöhungen durchführten. Marktführer Debeka hob die Beiträge im Schnitt um fünf Prozent an, die DKV um acht Prozent. Die bei der Allianz versicherten Ärzte kamen gleichzeitig mit plus drei Prozent im Schnitt noch einigermaßen glimpflich davon.

A&W-TIPPS
So machen Sie das Beste draus

  • Tarife mit niedrigem Eigenanteil werden wieder attraktiver.
  • Mehr als 1.000 Euro Selbstbeteiligung sollte nicht sein.
  • Wenn Sie die Selbstbeteiligungkürzen wollen, müssen Sie eventuell mit Risikozuschlägen rechnen.
  • Vergleichen Sie genau die Anschreiben Ihres Versicherers, der den genauen „Absetz-Betrag“ angeben muss.
  • Auch künftig drohen Prämiensteigerungen, nicht zuletzt, da sich die Unternehmen aus Konkurrenzgründen zurück gehalten haben.
  • Im letzten Jahr sind die PKV-Ausgaben um 6,7 Prozent gestiegen, die Prämien aber nur um 4,0 Prozent.
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