Telematikinfrastruktur

Die elektronische Gesundheitskarte: Der Mythos von der zentralen Datenspeicherung

Die Vorbereitungen für den Start der Erprobung der Telematikinfrastruktur (TI) und der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) sind in vollem Gange. Das am 3. Dezember 2015 im Bundestag beschlossene E-Health-Gesetz enthält die zugehörigen Vorgaben, Fristen, Anreize, aber auch mögliche Sanktionen, um die Einführung der Telematikinfrastruktur weiter voran zu bringen. Wer noch datenschutzrechtliche Bedenken hat, dem können hier überzeugende Argumente aufgezeigt werden.

Neue Chancen für den Datenschutz

Innerhalb der deutschen Ärzteschaft gibt es noch immer Skeptiker der elektronischen Gesundheitskarte und der Telematikinfrastruktur zur Übertragung medizinischer Daten. Viele Ärzte schätzen eine digitale Datenverarbeitung und -übermittlung grundsätzlich als unsicher ein. Aber stimmt das wirklich? Ist die Versendung per Fax, die Archivierung im Aktenschrank oder der Papierausdruck zur Dokumentation wirklich sicherer? Ist hier wirklich ein besserer, umfassender Schutz möglich? Fakt ist: Der Informationsaustausch auf dem Postweg oder per Fax ist nur in unverschlüsselter Form möglich. Gleichzeitig ist das Risiko, dass auf diesem Weg Unterlagen verloren gehen oder gar in falsche Hände geraten relativ hoch. Dagegen bietet die digitale Datenverarbeitung viele verlässliche Möglichkeiten zum Schutz sensibler Patientendaten. Schutzmechanismen, die geprüft, zertifiziert und permanent verbessert werden. Durch Zertifizierungsverfahren und die dafür notwendigen Sicherheitsprüfungen für die Herstellung und den Betrieb von Produkten der Telematikinfrastruktur gewährleistet beispielsweise die gematik, dass die sensiblen Informationen von Versicherten vor unbefugtem Zugriff sicher sind. Darüber hinaus müssen Produkte wie die elektronische Gesundheitskarte aufwändige Test- und Evaluierungsverfahren bestehen, um eine Zertifizierung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik zu erhalten.

Keine zentrale Datenspeicherung

Ein weit verbreiteter Mythos ist die angeblich zentrale Datenspeicherung. Dabei wird davon ausgegangen, dass auf der elektronischen Gesundheitskarte zukünftig alle Patientendaten gespeichert sind. Dies ist jedoch eindeutig nicht der Fall. Die elektronische Gesundheitskarte hat nicht die Aufgabe eines Datenträgers. Sie enthält zum heutigen Zeitpunkt nur die Versichertenstammdaten und das Foto des Versicherten. Für die Zukunft geplant, jedoch nur als freiwillige Applikation auf besonderen Wunsch des Patienten, soll es darüber hinaus möglich sein, die Notfalldaten und Einwilligungen mitaufzunehmen. Die elektronische Gesundheitskarte kann dann Angaben zu vorliegenden Allergien, der Blutgruppe oder sonstigen für die medizinische Behandlung entscheidende Faktoren enthalten. Jedoch heute und auch in Zukunft werden auf der Karte keine medizinischen Behandlungsdaten des Patienten gespeichert. Die elektronische Gesundheitskarte ist vielmehr als ein Schlüssel anzusehen, mit dessen Hilfe der Zugriff auf diese Daten für berechtigte Personen wie z. B. durch den Patienten autorisierte Ärzte möglich wird. Die Telematikinfrastruktur übernimmt dabei die Funktion eines abgesicherten Transportnetzes.

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Jürgen Veit

Jürgen Veit

Leiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

Jürgen Veit ist bei der CompuGroup Medical Deutschland AG für die Kommunikation D-A-CH verantwortlich. Der Kommunikationswirt war vorher rund 25 Jahre in führenden Funktionen in internationalen Kommunikationsagenturen tätig.

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