3 wichtige Antworten für Investoren

„Die heimische Autobranche wird überschätzt“

Viele Ärzte investieren ihr Geld in Wertpapiere renommierter Automarken. Allerdings warnen Experten derzeit auch vor allzu hohen Erwartungen an die Autobranche. Nach Ansicht von Siegfried Rosmanith, Leiter der Niederlassung Ingolstadt bei der Huber, Reuss & Kollegen Vermögensverwaltung GmbH, steht sie aktuell vor großen Herausforderungen.

Die Automobilbranche rüstet sich mit neuen Modellen für die Zukunft. Auch viele Anleger hoffen, davon profitieren zu können und investieren vor allem in Aktien der heimischen Automarken. In Deutschland liegt die Entwicklung von Elektrofahrzeugen weit hinter den Erwartungen. Das soll sich in den nächsten Jahren ändern. Doch haben Daimler, BMW und VW noch eine Chance gegen die Konkurrenz? Tatsächlich sollten Ärzte, die mit entsprechenden Aktien spekulieren, vorsichtig sein. Die Zukunft der deutschen Fahrzeughersteller ist unsicherer denn je, wie Finanzexperte Siegfried Rosmanith in unserem Interview erklärt.

Die heimische Autobranche soll trotz Rekordverkaufszahlen in der Krise sein – wird die Branche über- oder unterschätzt?

Siegfried Rohsmanith: Sie ist tendenziell überschätzt. Zwar wird in den kommenden Jahren der Großteil der Fahrzeuge weiterhin von Verbrennungsmotoren angetrieben werden und hier zeigen die deutschen Autobauer ihre Innovationskraft und Vorreiterrolle. Beim Schritt in die Elektromobilität wird aber China eine Vorreiterrolle einnehmen. Allein 2015 wurden dort mehr als zwei Dutzend neue Automobilhersteller gegründet. Das ist ein großes Problem für die etablierten Hersteller.

Was bringt das laufende Jahr?

Rohsmanith: Zwar dürfte auch 2017 der globale Automarkt wachsen, in den wichtigsten Absatzmärkten stehen deutsche Hersteller aber vor großen Herausforderungen. Die zum Teil sehr guten Verkaufszahlen 2016 in China beruhten unter anderem auf Steuergeschenken beim Kauf kleinerer Pkw, die jetzt halbiert wurden. Zudem dämpfen Pläne der chinesischen Regierung, Quoten für Elektroautos einzuführen, die Erwartungen.

Wie ist die Lage in den USA?

Rohsmanith: Überlegungen von Donald Trump, hohe Strafzölle für Importe einzuführen, sorgen für Verunsicherung. Zwar wären Daimler und BMW davon wohl kaum betroffen, gut planbar ist das Jahr 2017 aufgrund der unklaren Gemengelage aber nicht.

Fazit: Wer in Wertpapiere heimischer Automobilhersteller investieren will, sollte unbedingt die Entwicklung in anderen Märkten sowie die Innovationskraft der Hersteller im Auge behalten. Wer Sicherheit will, ist mit einem anderen Investment vielleicht besser bedient.

Bitte beachten Sie: Unsere Experten sind bankenunabhängige Vermögensverwalter, die nicht auf Provisionen aus dem Verkauf von Finanzprodukten angewiesen sind. Das ermöglicht es ihnen, Trends, Märkte und Anlagevehikel objektiv zu analysieren. Dennoch stellen die hier bereitgestellten Informationen keine individuelle Beratung, sondern nur die Meinung des jeweiligen Experten dar. Eine Anlageentscheidung sollte immer nur nach Prüfung des individuellen Anlageziels und der persönlichen Vermögenssituation erfolgen, die hier nicht geleistet werden kann.

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