Aktiensparen

Die ideale Anlage ohne Risiko?

Um nervöse und sicherheitsorientierte Anleger zum Aktiensparen zu bringen, garantieren manche Emittenten die Rückzahlung des investierten Kapitals. Doch auch diese Idee hat manche Tücken.

Die Rückzahlungsgarantie wirkt: Die eingesetzte Summe wird zwar am Schluss zurückerstattet. Aber: Der Sparer muss zunächst die Laufzeit, meist fünf bis sechs Jahre, durchhalten. Nichtsdestotrotz werden etwa Aktienfonds aber auch während der Laufzeit munter verkauft – angepriesen als Fonds mit garantiertem Kapitalerhalt. Die Verlustrisiken werden hier nicht offensichtlich. Denn wer mittendrin kauft, zahlt ja – zwischenzeitlichen Kursgewinn vorausgesetzt – den höheren Einstiegsbetrag, bekommt aber bei dann fallenden Kursen weniger zurück.

Garantiezertifikate für Risikoscheue: Egal, wie tief die Kurse fallen – auch hier heißt es „Geld zurück“. Damit die Banken die Garantie einhalten können, kassieren sie die Dividenden der den Garantiezertifikaten zugrunde liegenden Aktien und spekulieren auf Kursgewinne der zugrundeliegenden Basiswerte. Wie stark der Anleger von einer positiven Entwicklung dieses Basiswertes profitieren kann, hängt jedoch von der Partizipationsrate ab – er finanziert die Garantie damit, dass er von steigenden Kursen nicht im vollen Umfang (etwa nur zu 70 %) profitiert.

Bonuszertifikate sind en vogue. Denn damit sind die Anleger nie schlechter gestellt als mit einem direkten Investment in eine Aktie oder einen Index, erhalten aber zusätzlich die Chance auf eine Bonuszahlung. Einen Bonus gibt es, wenn sich der Basiswert innerhalb einer vorher festgelegten Bandbreite bewegt. Die so genannte Risiko- Schwelle liegt unterhalb des Kurses des Basiswertes am Tag der Emission, die Bonusschwelle darüber. Solange der Kurs des Basiswertes die Risiko- Schwelle nicht berührt, gibt es den Bonus – also auch dann, wenn der Basiswert leicht fällt. Steigt der Wert noch stärker als der einkalkulierte Bonus, bekommen die Anleger 100 Prozent der Kursgewinne. Wird allerdings die Risiko- Schwelle unterschritten, wird der Puffer weggezogen. Ein Banker: „Ich rate zu Papieren, deren Untergrenze mindestens 20 Prozent unter dem aktuellen Kurs liegt.“ Allerdings gilt auch: Je größer der Puffer, desto geringer der Bonus!

Als Wertpapiersparer die Garantie selber basteln: Man mischt Aktien(fonds) und festverzinsliche Papiere so, dass unter dem Strich kein Verlustrisiko besteht. Ein Beispiel: Wer sein Geld etwa für zehn Jahre anlegen möchte und von durchschnittlich 4,3 Prozent Rendite ausgeht, braucht 34,6 Prozent Aktienanteil neben einem Anleiheanteil von 65,4 Prozent, um sein eingesetztes Geld nach zehn Jahren sicher wiederzubekommen. Dabei würde das Ziel des Kapitalerhalts selbst dann noch erreicht, wenn der 34,6-prozentige Aktienanteil gänzlich verloren ginge.

A&W-TIPP

  • Steigen Sie in ein Garantieprodukt nie während der Laufzeit ein.
  • Bei Papieren, die schon länger im Markt sind, liegt die Beteiligungsquote am Gewinn geringer als zu Beginn – im Schnitt bei rund 40 Prozent.
  • Gewinne aus der Veräußerung oder Einlösung von kapitalgarantierten Zertifikaten unterliegen grundsätzlich der Zinsabschlagsteuer.
  • Inflation und Bank-Provision reduzieren von vornherein die Garantiesumme.

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