Erbschaftsteuer

Die Praxisnachfolge steuerlich optimieren

Nicht erst einmal hat die leidige Erbschaftsteuer einer erfolgreichen Praxis den Garaus gemacht. Vorausschauende Ärzte planen den Generationswechsel daher frühzeitig.

Etwa fünf Milliarden Euro spült die Erbschaftsteuer alljährlich in die Kassen des Bundesfinanzministers. Eine hübsche Summe – gemessen an dem erwarteten Gesamtsteueraufkommen von rund 640 Milliarden Euro für 2014 allerdings ein vergleichsweise mickriger Betrag, der ihr gerade einmal den 13. Platz auf der Liste der für den Staat am lukrativsten Steuerarten sichert.

Im Ranking der umstrittensten Steuern nimmt die Erbschaftsteuer dafür einen absoluten Spitzenrang ein. Die einen wollen sie als erneute Besteuerung (mehrfach) versteuerten Einkommens abschaffen; andere würden sie am liebsten vervielfachen, um jede Generation wirtschaftlich mehr oder weniger von vorne beginnen zu lassen und „reiche Erben“ nicht  zu privilegieren. Auch das Bundesverfassungsgericht hat das Thema derzeit wieder auf dem Tisch.

Schenken statt vererben
Die Diskussion trägt zum Teil die Züge eines Glaubenskriegs. Nicht zu leugnen ist allerdings, dass sowohl Erbschaft- als auch Schenkungsteuer bei Praxisübergaben – etwa an die eigenen Kinder – oft eine hohe Hürde darstellen. Bei unstrukturierten Übertragungen und Erbschaften zehren sie nicht selten große Teile des Vermögens auf und können die Praxis im schlimmsten Fall in ihrem Bestand gefährden. Die Höhe der Steuer variiert je nachdem, in welchem Verwandschaftsverhältnis Erbe und verstorbener Praxisinhaber zueinander standen (siehe Tabelle „Steuerklassen“) und ob der Erbe die Praxis übernimmt oder nicht ( vgl. dazu BFH Az., II R 3/09).

Wer seinen Nachfolgern solches Ungemach ersparen will, sollte vorausschauend planen und eine Übertragung der Praxis im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge überdenken. Hier profitieren Kinder und andere Angehörige von teils üppigen Freibeträgen, die alle zehn Jahre in Anspruch genommen werden können (vgl. § 14 ErbStG sowie Tabelle „Erbschaftssumme“).

 

Vorteil für enge Verwandte
Steuerklasse

(bezogen auf die
Erbschaftsteuer)
Verwandtschaftsgrad Freibetrag
in Euro
1 Ehepartner (auch gleichgeschlechtlich) 500.000
1 Kinder, Stiefkinder, Enkel von verstorbenen Kindern 400.000
1 Enkel 100.000
2 Eltern, Großeltern, Geschwister, Nichten, Neffen, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Schwiegereltern, geschiedene Ehepartner 20.000
3 Sonstige Personen 20.000

Quelle: BMF

Hohe Erbschaft – Hohe Steuer
Erbschaftssumme Steuersatz in Klasse 1 Steuersatz in Klasse 2
Steuersatz in Klasse 3
75.000 Euro 7 Prozent 15 Prozent 30 Prozent
300.000 Euro 11 Prozent 20 Prozent 30 Prozent
600.000 Euro 15 Prozent 25 Prozent 30 Prozent
6.000.000 Euro 19 Prozent 30 Prozent 30 Prozent
13.000.000 Euro 23 Prozent 35 Prozent 50 Prozent
26.000.000 Euro 27 Prozent 40 Prozent 50 Prozent
Mehr 30 Prozent 43 Prozent 50 Prozent


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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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