So macht der Ärztekongress wirklich Spass

Dienstreise beim Fiskus richtig angeben

Ausgaben, die während einer Dienstreise anfallen, können von angestellten und niedergelassenen Ärzten von der Steuer abgesetzt werden. Wichtig ist jedoch, dass sie nicht mit Kosten für private Unternehmungen vermengt werden.

(dpa/tmn) Wer Aufwendungen für eine Dienstreise – etwa für Verpflegung und Unterkunft bei einem Ärzte-Kongress – beim Finanzamt geltend machen will, sollte Privates und Berufliches strikt trennen. Wer das nicht tut, darf nicht auf die Gnade des Finanzamts hoffen.

Grundsätzlich erkennt das Steuerrecht für die Abrechnung von Dienstreisen Pauschalen an, die der Arbeitgeber steuerfrei erstatten oder der Arbeitnehmer in seiner Steuererklärung geltend machen darf. Niedergelassene Ärzte, die also im eigenen Auftrag unterwegs sind, können die Kosten für beispielsweise Tagungen, Kongresse oder Schulungen als Betriebsausgabe geltend machen. Wichtig dabei: „Wer keinen Ärger mit dem Finanzamt riskieren will, sollte sich an die Spielregeln halten», sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Angestellte Ärzte, die z.B. im Auftrag des Chefs zu Lieferanten, Tagungen oder Messen unterwegs sind, unternehmen eine Dienstreise. Bei einer Abwesenheit von mehr als 8 Stunden können sie pauschal 12 Euro für den Verpflegungsmehraufwand ansetzen. Bei einer mehrtägigen Reise gelten für den An- und Abreisetag ebenfalls 12 Euro, bei einer ganztägigen Abwesenheit 24 Euro. Auch die Übernachtungskosten kann der Arbeitgeber übernehmen. Legt der Arbeitgeber dafür keine Belege vor, können für eine Übernachtung im Inland pauschal 20 Euro für die Übernachtung erstattet werden.

Aber Achtung: Grundsätzlich ist eine Dienstreise kein Privatvergnügen. Daher muss die Arbeitskraft während der Dienstzeit voll für den Arbeitgeber eingesetzt werden. Anschließende Besuche etwa von Sehenswürdigkeiten sind natürlich außerhalb der Arbeitszeit möglich, wenn dadurch für den Arbeitgeber keine zusätzlichen Kosten oder Beeinträchtigungen entstehen, erklärt Klocke. Wer direkt im Anschluss an die Dienstreise in den Familienurlaub startet, muss sicherstellen, dass Dienstliches und Privates strikt getrennt ist. Die Kosten sind dann entsprechend aufzuteilen.

Ein niedergelassener Arzt, der zu einem Fachkongress fliegt und in der Stadt noch ein paar Tage dranhängen will, kann das durchaus tun. Er kann dann allerdings nur die Kosten als Betriebsausgaben absetzen, die in direktem Zusammenhang mit dem Kongress stehen. An den Flugkosten muss er sich privat beteiligen, da die Reise dann gemischt veranlasst war, also zum Teil ein reines Freizeitvergnügen. Auch die Verpflegungspauschbeträge bekommt er in so einem Fall nur für die  Kongresstage.

 

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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