Fachgruppengleiches MVZ

Diese Besserungen bietet das VSG

Bei den vielen kritischen Stimmen zum neuen Versorgungsstärkungsgesetz gehen die positiven Änderungen etwas unter. Eine davon ist die bessere Flexibilisierung der ärztlichen Berufsausübung.

Seit dem 1. August ist das viel diskutierte Versorgungsstärkungsgesetz in Kraft. Bei aller Kritik gibt es auch positive Änderungen. So fällt die Gründungsvoraussetzung weg, dass ein MVZ fachgruppenübergreifend aufgestellt sein muss. Dafür kommt jetzt das fachgruppengleiche MVZ, das neue Chancen eröffnet.

Ein Praxisbeispiel: Die 55-jährige Internistin A und die 35-jährige Internistin B denken über eine gemeinsame Berufsausübung nach. Besonders B sieht darin die Chance, ihre beruflichen Ziele und die gewünschte Familienplanung unter einen Hut zu bringen, da sie sich von A vertreten lassen kann. Auch A ist an einer Zusammenarbeit interessiert, da sie plant, ihre Zulassung an ihren Medizin studierenden Sohn zu übertragen. Außerdem hat auch ihre Tochter eine vertragsärztliche Zulassung als Internistin. Diese möchte aber lieber als Angestellte arbeiten. Weiter denkt sie auch über die Reduzierung ihrer Arbeitszeit und eine Praxisabgabe nach.

Ist für die Ärztinnen eine Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) oder ein MVZ die richtige Form? Der Fall verdeutlicht, dass es darauf keine pauschale Antwort gibt. Denn es spielen viele persönliche und zukunftsgerichtete Aspekte bei dieser Entscheidung eine Rolle. Die BAG ist nach wie vor sehr partnerschaftlich geprägt. Ein Aus- und Neueinstieg von Ärzten ist möglich, jedoch ist dieser immer mit einem Namenswechsel und der Veränderung des Außenauftritts verbunden.

Ein MVZ kann unter einem einprägsamen Namen gegründet werden, der Wechsel von Ärzten, auch der von Gründern, findet nur intern statt und schafft so eine stabile Außenwirkung. Zudem darf eine BAG maximal drei Ärzte pro zugelassenem Vertragsarzt anstellen.

Diese Begrenzung gibt es beim MVZ nicht. Dies ist angesichts der heutigen Lebens- und Arbeitszeitmodelle von jungen Ärzten, die vermehrt angestellt sein wollen, der Verweiblichung des Berufsstandes und dem Mangel an Nachwuchs, ein Vorteil. So können flexible Arbeitsverhältnisse angeboten werden. Das jetzt auch fachgruppengleich mögliche MVZ bietet eine attraktive Alternative zur BAG, gerade auch für den hausärztlichen Bereich. Nichtsdestotrotz kann auch die BAG mit starken Gesellschaftern eine gute Basis für eine erfolgreiche ärztliche Tätigkeit sein.

Die Autorin: Isabel Wildfeuer, Rechtsanwältin und Partnerin bei ETL Lüdemann & Wildfeuer und Partner

Anzeige

Die Förderung für die Telematikinfrastruktur (TI) sinkt - das Herzens-Angebot der CGM kommt

Ab 01. Juli 2018 sinkt die Förderung der TI-Ausstattung erneut. Diese Unwägbarkeit will CompuGroup Medical Deutschland AG (CGM) mit dem Herzens-Angebot ausräumen und gibt allen Ärzten das TI-Versp... Mehr
Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

Weitere Artikel zum Thema:

Fristen unbedingt beachten

Steuertermine 2018: Ein Überblick für Praxisinhaber



Arzt darf Ehefrau des Dienstleisters nicht rauswerfen


Wirtschaftlicher Vorteil

Zulassung ist kein Wirtschaftsgut


ZI-Studie über Praxen

Wirtschaftliche Lage stagniert


Anzeige