Große Probleme für Arzneimittel-Hersteller befürchtet

Diese Branchen sind am meisten vom Brexit betroffen

Der Ausstieg Großbritanniens hat nicht nur politische, sondern auch wirtschaftliche Folgen. Einige Branchen sind besonders betroffen, wie eine aktuelle Analyse zeigt.

Das Brexit-Gesetz hat auch für Unternehmen aus anderen Ländern Folgen. Laut einer Deloitte-Analyse sind vor allem deutsche Dax-Konzerne in Großbritannien stark engagiert und wären damit von einem harten Brexit betroffen.

Die deutsche Automobilindustrie erzielt mit über 40 Milliarden Euro Umsatz mehr als ein Viertel der Umsätze deutscher Firmen in UK und beschäftigt knapp 36.000 Mitarbeiter. Ebenfalls stark betroffen wären der Energiesektor, Verkehr und Logistik und die Finanz- und Versicherungsbranche, wie die Grafik von Statista zeigt.

Große Probleme für Arzneimittel-Hersteller befürchtet

Mit dem Brexit kommen aber auch auf Arzneimittel-Hersteller vor allem in den Bereichen Im- und Export, klinische Studien sowie bei der Wahl des Firmensitzes weitreichende Änderungen zu. Das sagt Dr. Elmar Kroth, Geschäftsführer Wissenschaft beim Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH).

Beim Im- und Export von Arzneimitteln erwartet Kroth größere Beeinträchtigungen. Nach dem Brexit müssen Hersteller zusätzliche Zertifikate und Unterlagen nachweisen, wenn sie Wirkstoffe oder Arzneimittel in Großbritannien ein- oder ausführen möchten. „Sollte es keine gegenseitige Anerkennung der Zertifikate geben, rechne ich mit Exportausfällen und Handelsverzögerungen“, warnt er. 2016 haben deutsche Arzneimittel-Hersteller Waren im Wert von 6,3 Milliarden Euro nach Großbritannien exportiert und im Wert von 2,2 Milliarden Euro importiert (Quelle: Destatis).

Arzneimittel-Hersteller müssen sich zudem auf teure Doppelstrukturen gefasst machen. Diejenigen, die ihren Firmensitz in der EU haben und auch nach dem Brexit nach Großbritannien exportieren möchten, müssen künftig auch dort eine Niederlassung eröffnen. „Das bedeutet für die Firmen einen Mehraufwand in personeller und finanzieller Hinsicht“, so Kroth.
Infografik: Diese Branchen sind am meisten vom Brexit betroffen | Statista

Für die Studie hat Deloitte 160 britische Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen mit internationalem Hauptsitz in Deutschland und mindestens 100 Mitarbeitern in Großbritannien untersucht.

Die Grafik zeigt den Umsatz und die Mitarbeiterzahl deutscher Firmen in Großbritannien nach Branchen.

Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

 

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