Passende Policen im Check

Wie Ärzte bei Versicherungen sparen können

Ärzte mit eigener Praxis geben jedes Jahr viel Geld für Versicherungen aus. Und doch sind die meisten völlig falsch versichert. Sie haben zu viele, zu wenige oder unpassende Versicherungen. Daher lohnt es sich, seinen Versicherungsbestand immer mal wieder unter die Lupe zu nehmen.

Falsche Versicherungen kosten viel Geld. Experten schätzen, dass ein Drittel der Beiträge völlig unnötig ausgegeben wird. So ist es zum Beispiel für Ärzte sehr bequem, sich von einem Anbieter rundum versichern zu lassen, aber leider meistens auch sehr teuer. Denn kein Versicherer kann in allen Angeboten der preiswerteste sein. Wer genauer in seine Versicherungs-Ordner schaut, findet deshalb nicht selten einige „Luxusvarianten“ mit teuren Zusatzbausteinen. Dabei würde in den meisten Fällen auch die Basisversion reichen.

Ärzte, die bei Versicherungen Geld sparen wollen, müssen einige Faustregeln beachten. Beispielsweise diese hier: Bei Lebenspolicen sollte man Extras weglassen und zweitrangige Policen rauswerfen. Genauso wichtig: Jahreszahlung vereinbaren und so die Zinsen für die Monatsraten sparen. Das kann schon mal fünf Prozent weniger ausmachen.

Sparpotenzial haben etwa die Direktversicherer

Wenn man sparen will, können Direktversicherer für einfache Policen eine gute Adresse sein. Wenn’s aber kompliziert wird, hat der Serviceversicherer auch seine Vorteile – gerade im Schadensfall. Aber der Service kann eben nicht umsonst sein und da muss man höhere Prämien in Kauf einfach nehmen. Oft ist die Verpackung allerdings schöner als der Inhalt, deshalb sollte man sich auch nicht von branchenspezifischen Angeboten blenden lassen. Auch bei Versicherern, die Ärzten speziell auf sie zugeschnittene Angebote offerieren, gilt es genau hinzuschauen. Schließlich gibt es auch schwarze Schafe, die ein 08/15-Angebot in eine schicke „Ärzteverpackung“ stecken und damit auf Kundenfang gehen. Letztlich sind bei jeder Versicherung drei Dinge entscheidend: Die Höhe des möglichen Schadens, die Wahrscheinlichkeit seines Eintritts und die Bezahlbarkeit der Prämie. Diese Eckpunkte sollten in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen.

Richtige Prioritäten setzen

Bei der Frage, welche Versicherungen man als Arzt wirklich braucht, gilt es immer, neben den Pflichtversicherungen zuerst die existenzgefährdeten Bereiche abzudecken – also Haftpflicht, Krankheit, Berufsunfähigkeit.  Wer ein Eigenheim oder eine Praxisimmobilie gekauft hat, sollte auch an eine Gebäudeversicherung denken. Natürlich können auch Ärzte sterben, weshalb für Alleinversorger auch eine Risikolebensversicherung wichtig ist, um die Familie im Ernstfall finanziell abzusichern. Dabei empfiehlt es sich, Risikovorsorge und Geldanlage zu trennen. Denn Kapitallebensversicherungen, bei denen neben dem Todesfallschutz auch Geld angespart wird, verteuern den Vertrag so, dass keine ausreichende Absicherung im Todesfall möglich ist.

Bei der Arzthaftpflicht muss ein Arzt statistisch gesehen alle sieben Jahre mit einem Behandlungsvorwurf rechnen – so unwahrscheinlich ist es also nicht, dass der Haftpflichtfall eintritt. Viele Ärzte haben aber nur zwei Millionen Euro Deckung für Personen- und Sachschäden. Dies könnte im Ernstfall zu wenig sein, fünf Millionen Euro werden deshalb empfohlen. Bestehende Versicherungen mit einer geringeren Deckung kann man in der Regel noch gegen einen Zuschlag aufstocken.

Bei der Berufsunfähigkeit knausern die Versorgungswerke gerne. Die Prüfungen dafür sind oft rigide und es gibt nur bei totaler Praxisaufgabe eine Rente. Daher lohnt es sich, noch zusätzlich eine Privatpolice abzuschließen, damit man im Notfall finanziell ausreichend abgesichert ist.

Im PKV-Bereich sollten Ärzte beim gleichen Unternehmen auf einen Paralleltarif pochen, wenn der eigene zu teuer geworden ist. Die Gesellschaften sträuben sich zwar, sind aber gesetzlich dazu gezwungen.

Es gibt auch Versicherungen auf die man als Arzt gut verzichten kann. Dazu gehört nach Meinung von Experten zum Beispiel die Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr. „Sie bekommen Ihr Geld zurück, auch wenn nichts passiert“ – das liest sich zumindest in den Werbeprospekten ganz toll. In Wirklichkeit ist das Angebot meist eine Kombination aus teuren Unfall-Policen und einem Sparvertrag mit schwachen Zinsen. Oder wie sagte es seinerzeit Branchenkenner Manfred Poweleit: „Unfallversicherungen mit Beitragsrückgewähr sind der Gipfel des Unnützlichen!“

Kündigung ist leichter geworden

Wer Versicherungen loswerden will, hat es nicht mehr so schwer wie früher. Das gilt vor allem für Langzeitverträge. Denn alle Abschlüsse, die seit drei Jahren und mehr bestehen, können nun bereits zum Ende des dritten Versicherungsjahres und danach jährlich gekündigt werden. Übrigens: Bei jeder Beitragserhöhung können auch Altverträge storniert werden.

Der prüfende Blick in den Versicherungsbestand lohnt sich übrigens auch für Ärzte, die bald in den Ruhestand gehen. Zu diesem Zeitpunkt kann man sogar besonders kräftig ausmisten, weil man viele Versicherungen nicht mehr braucht. So können sich Rentner alle Beiträge für eine Berufsunfähigkeitspolice, eine Berufshaftpflicht und die Altersvorsorge sparen.

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