Aktueller Steuertipp

Disagio: Direkt als Werbungskosten abziehbar

Vermieter aufgepasst: Wer für seine Immobilie einen Kredit aufnehmen muss, kann vorab mit seiner Bank ein Disagio vereinbaren und dieses clever nutzen. Und es außerdem als Werbungskosten direkt abziehen.

(dpa/tmn) Vermieter, die für die Finanzierung ihrer Immobilie einen Kredit aufnehmen und mit der Bank eine Zinsvorauszahlung (Disagio) vereinbaren, können steuerlich von der Vereinbarung profitieren. Sie dürfen diese Kosten in ihrer Steuererklärung direkt als Werbungskosten absetzen. Die Aufwendungen können bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abgezogen werden.

Vereinbarung der Aufwendung muss marktüblich sein

«Voraussetzung ist jedoch, dass sich die Höhe des Disagios in einem marktüblichen Rahmen bewegt», betont Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Die künftigen Immobilienbesitzer müssen sich aber keine großen Sorgen machen, dass die Werbungskosten in der Steuererklärung nicht akzeptiert werden. Grundsätzlich gilt eine Disagiovereinbarung mit einer Geschäftsbank nämlich als marktüblich. Dies geht aus einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 8. März 2016 hervor (Az.: IX R 38/14).

Werbungskosten in der Steuererklärung geltend gemacht

Im verhandelten Fall nahm ein Ehepaar ein Hypothekendarlehen über rund 1,3 Millionen Euro zu einem Darlehenszins von 2,85 Prozent auf. Sie wollten damit ein Mehrfamilienhaus finanzieren. Die Geschäftsbank behielt ein Disagio von 10 Prozent der Darlehenssumme ein. Die Kläger machten in ihrer Steuererklärung die Zinsvorauszahlung in voller Höhe als sofort abziehbare Werbungskosten geltend.

Finanzamt lehnte Antrag ab

Das Finanzamt berücksichtigte hingegen lediglich 5 Prozent der Ausgaben sofort und verteilte den Rest anteilig über die Zinslaufzeit von zehn Jahren. Da der Darlehenszins deutlich niedriger als der Marktzins war und das vereinbarte Disagio demgegenüber ungewöhnlich hoch, vermutete das Finanzamt, dass die Kläger die niedrigen Darlehenszinsen durch das Disagio erkauft hätten.

Disagio war nicht zu hoch

Dem trat der Bundesfinanzhof entgegen. Ein Disagio ist nur dann nicht sofort bei den Werbungskosten abziehbar, wenn es sich um eine am Kreditmarkt unübliche Vereinbarung handelt. Bei einer Disagiovereinbarung mit einer Geschäftsbank sei generell von einer Marktüblichkeit auszugehen, so das Gericht. «Bei ähnlichen Fällen sollten Steuerzahler Einspruch einlegen, wenn das Finanzamt den Sofortabzug des Disagios in der Steuererklärung  nicht zulässt», rät Klocke, «und zur Begründung auf das genannte Urteil des Bundesfinanzhofs verweisen.»

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