Trotz Niedrigzinsphase

Dispokredit besser nur kurzfristig nutzen: Im Schnitt 8,85 Prozent Zinsen

Schulden sind nicht gleich Schulden. Zwar hat fast jeder zweite deutsche Haushalt (laut Bundesbank 45 Prozent) Schulden. Aber den meisten gelingt es gut, ihren Zahlungsverpflichtungen nach zu kommen. Um nicht in eine Schuldenspirale zu geraten, sollte man vor allem darauf verzichten, den Dispokredit regelmäßig auszureizen.

Schulden sind zwar nicht schön, müssen aber nicht zwingend zu großen Problemen führen. Wichtig ist, dass die monatlichen Raten eingeplant und bezahlt werden. Doch was tun, wenn sich die Lebensumstände ändern und finanzielle Schwierigkeiten drohen? Dies ist insbesondere der Fall bei Arbeitslosigkeit, Trennung oder Tod des Lebenspartners, oder einer Erkrankung bzw. einem Unfall. Dann wird als erstes meist der “Dispo” ausgereizt. Doch das ist ein Fehler, denn die Niedrigzinsphase ist hier leider noch nicht angekommen.

Dispokredit statt Überziehung

Wer sein Konto überzieht, ansonsten aber regelmäßige Einkünfte hat, kann von seiner Bank einen Dispokredit bekommen. Dieser bringt jedoch hohe Zinsen mit sich. Das gilt leider auch in der aktuellen Niedrigzinsphase. Die kann man ausnutzen, allerdings nur, wenn man zu anderen Kreditarten greift.

Denn der Dispokredit ist im Gegensatz zu anderen Kreditarten verhältnismäßig teuer. Die Zinsen für Dispokredite liegen nach Angaben des Bundesverbandes deutscher Banken derzeit bei durchschnittlich 8,85 Prozent.

Zum Vergleich: Für Ratenkredite mit einer Laufzeit von 36 Monaten müssen Kunden nach Angaben der FMH-Finanzberatung derzeit durchschnittlich 4,92 Prozent Zinsen zahlen (Stand: 13.4.16).

Der Dispokredit sollte daher nur kurzfristig genutzt werden. Dann bleibt die Zinsbelastung vergleichsweise gering. Ein Beispiel: Wer sein Konto mit 2000 Euro für eine Woche überzieht, zahlt bei einem angenommenen Dispozins von 9 Prozent knapp 3,50 Euro an Zinsen.

Bei Krediten die Tilgung vermindern

Wer bereits einen Darlehen aufgenommen hat und Schwierigkeiten mit den anstehenden Zahlungsterminen hat, sollte seine Bank darüber informieren. Oft besteht die Möglichkeit, bei Krediten die Tilgung zu vermindern oder auch vorübergehend auszusetzen. Dadurch sinkt die monatliche Belastung. Natürlich verlängert sich die vertragliche Laufzeit des Darlehns entsprechend.

Wichtig: Bei finanziellen Schwierigkeiten nicht den Kopf in den Sand stecken. Ein ehrlicher Umgang mit den Zahlungsproblemen, vor allem der Hausbank gegenüber, ist entscheidend und kann viel Ärger und Geld sparen. Wer Unterstützung braucht, kann die Hilfe einer amtlich anerkannten Schuldnerberatung (Wohlfahrtsverbände, kommunale Einrichtungen oder Verbraucherzentralen) in Anspruch nehmen.

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Author's imageIlias TsimpoulisManaging Director bei Doctolib

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