Girokonto

Dispozinsen: Welche Bankengruppe ist am günstigsten?

Im Durchschnitt zahlen Verbraucher in Deutschland momentan 10,25 Prozent für den eingeräumten Dispo und 12,63 Prozent für die geduldete Überziehung.  Zu diesem Ergebnis kommt ein Vergleich der Dispo- und Überziehungszinsen fast aller Sparkassen, regionaler und überregionaler Banken sowie aller Direktbanken von biallo.de

Dass der Zinsen-Abstand zwischen Dispo (10,25 Prozent) und geduldeter Überziehung (12,63 Prozent) verhältnismäßig klein ist, liegt vor allem daran, dass schon 630 Banken und Sparkassen hierzulande auf den Zinsaufschlag verzichten. Bei ihnen sind Dispo und Überziehung also gleich hoch.

Allerdings liegen zwischen den günstigsten und dem teuersten Anbieter mehrere Punkte. Sieht man sich die Durchschnitts-Zinssätze aller Bankengruppen an, so liegt jener der PSD Banken mit 7,10 Prozent am niedrigsten, also noch unter dem der Direktbanken mit 7,90 Prozent. Es folgen die überregionalen (8,31 Prozent) und Sparda-Banken (9,88 Prozent) vor den Volks- und Raiffeisenbanken (10,28 Prozent) und den Sparkassen (10,43 Prozent).

Allerdings gibt es auch innerhalb der günstigsten Bankengruppe deutliche Unterschiede: Die Spanne der Dispozinsen unter den PSD Banken rangiert von 5,70 Prozent bei der PSD Bank Karlsruhe-Neustadt bis zu 8,14 Prozent bei der PSD Bank Nord. Bei den Direktbanken gibt es nur noch einen Anbieter, der günstiger ist als die 5,70 Prozent der PSD Bank Karlsruhe. Das ist die Deutsche Skatbank mit 4,17 Prozent. Doch die Spanne in der Bankengruppe reicht noch bis 11,75 Prozent, so dass der Mittelwert bei 7,90 Prozent und damit über den PSD Banken liegt.

Dass die überregionalen Geldinstitute wie Deutsche Bank, Commerzbank oder Postbank mit einem durchschnittlichen Dispozins von 8,76 Prozent nicht sehr viel teurer sind, ist zwei glücklichen Umständen geschuldet: Zum einen verringert die ethisch orientierte GLS Bank den Mittelwert mit ihrem Null-Prozent-Dispo bis 10.000 Euro. Zum anderen wirken Santander Bank und Santander Consumer Bank mit ihren jeweils 7,49 Prozent positiv auf das Ergebnis ein.

Die Sparda-Banken wiederum zählen in vielen Bundesländern zu den attraktivsten Anbietern von Filialkonten, für die sie meist keine monatliche Grundgebühr verlangen. So etwa die Sparda-Bank Hamburg, die Sparda-Bank Baden-Württemberg und die Sparda-Bank Hessen. Gleichwohl belegen sie als Gruppe nur Rang vier, was den durchschnittlichen Dispozins angeht. Zwar sind die Sparda-Bank Ostbayern und Sparda-Bank München mit 8,60 beziehungsweise 8,67 Prozent noch relativ günstig. Allerdings langt die Sparda-Bank Berlin bei ihrem Dispo mit 11,66 Prozent zu. Dadurch liegt der Mittelwert der Sparda-Gruppe insgesamt bei 9,88 Prozent.

Die Spanne bei den knapp 1.000 Volks- und Raiffeisenbanken ist riesengroß. Es gibt auf der einen Seite sehr teure Anbieter wie die Raiffeisenbank Pfaffenhofen a. d. Glonn, die ihren Kunden 12,75 Prozent für die eingeräumte und 18,75 Prozent für die geduldete Überziehung in Rechnung stellt. Aber auch viele deutlich günstigere.

Die nachfolgenden Banken zählen zu den günstigsten ihrer Gruppe im jeweiligen Bundesland:

– VR-Bank Altenburger Land mit 4,67 Prozent (Thüringen)
– VR-Bank München Land mit 7,90 Prozent (Bayern)
– Volksbank Heilbronn mit 7,80 Prozent (Baden-Württemberg)
– Raiffeisenbank Oberursel mit 7,50 Prozent (Hessen)
– VR-Bank Muldental mit 5,95 Prozent (Sachsen)

Kommen die VR-Banken auf einen Durchschnittszins von 10,28 Prozent, sind Deutschlands Sparkassen mit einem Durchschnitts-Dispo von 10,43 Prozent etwas teurer. Wie überall gibt es auch hier Licht und Schatten. Verwöhnt die Sparkasse Holstein im hohen Norden ihre Kunden mit dem bundesweit günstigsten Dispo aller Sparkassen von nur 5,71 Prozent, verlangt die Sparkasse Mecklenburg-Strelitz mit 12,35 Prozent mehr als das Doppelte.

 

Anzeige

Datenschutz in der Arztpraxis Teil 2: Auch Ärzte müssen sich gegen Cyber-Attacken absichern

Recherchen im Internet und die Kommunikation per E-Mail gehören in vielen Arztpraxen zum Arbeitsalltag. Gleichzeitig sind im Praxisnetzwerk die Gesundheitsdaten der Patienten und somit hochsensible P... Mehr
Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

Weitere Artikel zum Thema:

Kostenloser Service

Ombudsmann privater Banken schlichtet in Streitfällen


Protestieren lohn sich

Altersdiskriminierung bei Krediten


Bargeldloses Bezahlen

Haftungsgrenze bei Kartenmissbrauch sinkt ab 2018


Oftmals als zu hoch empfunden

Über diese Gebühren ärgern sich Bankkunden am meisten


Kostenlose Selbstauskunft nutzen

Schufa-Selbstauskunft: Warum Ärzte sie nicht weitergeben sollten


Anzeige