Bis zu 130 Euro mehr

DKV will bis zu 130 Euro mehr: Was Sie nach dem Beitrags-Schock tun können

Die meisten Ärzte sind privat versichert, viele von Ihnen bei der Deutschen Krankenversicherung (DKV). Die mutet ihren Mitgliedern jetzt einen echten Beitragsschock zu: Die Tarife werden zum Teil um bis zu 130 Euro teurer. Eine Rückkehr in die Gesetzliche ist aber nur in Ausnahmefällen möglich.

Die in Köln ansässige Deutsche Krankenversicherung (DKV) hat angekündigt, ihre Beiträge zum 1. April 2016 deutlich zu erhöhen. Im Schnitt müssen 7,8 Prozent mehr gezahlt werden, berichtet der Berliner „Tagesspiegel“. Bei verkaufsstarken Tarifen soll die Erhöhung im Durchschnitt sogar 29 Prozent betragen, in einigen Fällen sollen die Steigerungen sogar 40 Prozent betragen. Bei den Betroffenen erhöht sich der Monatsbeitrag somit um bis zu 129,90 Euro. Die Steigerungen wären wohl noch drastischer ausgefallen, wenn die Versicherung nicht über 490 Millionen Euro aus den Rückstellungen zur Limitierung eingesetzt hätte.

Zum Jahresanfang haben viele Versicherungen Beitragserhöhungen angekündigt. Hintergrund sind zum einen die steigenden Gesundheitskosten, aber auch die schlechte Kapitalmarktlage mir der damit verbundenen niedrigen Verzinsung der Rückstellungen. Experten befürchten, dass die Versicherten in den kommenden Jahren mit weiteren Beitragserhöhungen, teilweise im zweistelligen Bereich rechnen müssen.

Doch was können betroffene Ärzte tun? Die Antwort lautet leider: wenig. Sie können beispielsweise versuchen, eine private Krankenversicherung zu finden, die günstiger ist, meistens sind das Basis- oder Standardtarife. Doch das ist gar nicht so einfach, wenn man keine Abstriche bei den Leistungen und dem Service hinnehmen will. Außerdem wird ab einem gewissen Alter eine Gesundheitsprüfung verlangt. Wer bei der bisherigen Versicherung bleiben will, kann sich nach einem günstigeren Tarif erkundigen. Eine häufig genutzte Möglichkeit ist es, den Selbsterhalt zu erhöhen, die Kosten für Arztbesuche und Medikamente also bis zu einem gewissen Betrag selbst zu bezahlen. Diesen Trend bekommen Ärzte übrigens auch immer mehr in der Praxis zu spüren: Privatpatienten , die einen hohen Selbsterhalt vereinbart haben, nehmen zusätzliche Leistungen in der Praxis nicht mehr so gerne in Anspruch.

Eine weitere Möglichkeit, den Beitragserhöhungen bei den Privaten zu entfliehen, ist ein Wechsel in die gesetzliche Krankenkasse. Doch wer einmal in die Private gewechselt ist, kann nicht ohne weiteres wieder zurück. Zurück kann nur, wessen Einkommen für mindestens ein Jahr unter die Versicherungspflichtgrenze gesunken ist. Damit muss der Bruttoverdienst unter 56.250 Euro/Jahr liegen. Versicherte dürfen außerdem nicht älter als 55. Jahre alt sein, ein Wechsel in die GKV ist danach nur noch in Ausnahmefällen möglich.

So sieht es bei der Gesetzlichen Krankenversicherung aus

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) findet den medialen Aufschrei über die Beitragserhöhungen offensichtlich unfair und hat seinerseits ein paar interessante Punkte zu dem Thema veröffentlicht, die man bei seinen Überlegungen berücksichtigen sollte.

So müssten auch gesetzlich Versicherte in diesem Jahr etwa 4,05 Prozent mehr als im Vorjahr bezahlen: „Die Steigerung ist damit fast identisch mit den durchschnittlich 4,1 Prozent, die der Analysedienst map-Report für einen Großteil der PKV-Unternehmen errechnet hat.“

Nach den Vorschriften des Versicherungsaufsichtsgesetzes dürfen die Versicherungsunternehmen die Beiträge aber nur anpassen, wenn die erforderlichen Kosten in einem Jahr von den ursprünglich kalkulierten Kosten um einen bestimmten Schwellenwert abweichen. Dadurch kann es dazu kommen, dass ein PKV-Unternehmen die Beiträge mehrere Jahre gar nicht anpassen darf, dann aber plötzlich sprunghaft anheben muss.

Die Beiträge der GKV werden auch nicht günstiger: Zwischen 2012 und 2016 seien die Höchstbeiträge hier um mehr als 12 Prozent gestiegen – nämlich von 592,86 Euro auf 665,29 Euro. Gesetzlich Versicherte müssen hier also auch satte Beitragserhöhungen hinnehmen. Weil sie kontinuierlich und nicht sprunghaft angehoben werden, bleibt der große Schock aber aus.

Der Verband greift in seiner Erklärung außerdem das Beispiel eines Architekten auf, der in einem Bericht der SZ erwähnt wird. Seine PKV hat den Beitrag um 43 Prozent erhöht, er muss nun 474 Euro monatlich bezahlen. Damit so der Verband, kommt er im Vergleich zur Gesetzlichen aber immer noch günstig weg. Dort müsste er nämlich 190 Euro mehr bezahlen.

Die GKV ist also nicht unbedingt die günstigere Alternative. Für Ärzte, die Kinder haben wollen, allerdings schon: Während der Nachwuchs in der GKV kostenlos mitversichert ist, muss bei den Privaten pro Kind ein weiterer Beitrag gezahlt werden.

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