Wohnriester

Wohnriester mit jeder Menge Fallen

Nicht wenige Ärzte geben ihren Kindern einen Zuschuss für die eigene Immobilie. Und setzen jetzt auf den „Wohnriester“ als Ergänzungsfinanzierung. Das ist eine Rechnung ohne den Wirt.

Der „Wohnriester“ ersetzt rückwirkend zum 1. Januar 2008 die Eigenheimzulage und soll gerade für junge Familien ein Anreiz sein, sich als Teil ihrer Altersvorsorge frühzeitig Wohneigentum anzuschaffen. Aber aufpassen: Im Gegensatz zur Riesterrente gibt es hier jede Menge Fallen und wirklichkeitsfremde Voraussetzungen. Nicht umsonst sieht etwa der Präsident des Deutschen Mieterbundes das neue Gesetz als ein „bürokratisches Monster“.

Staatliche Förderung in Form von Steuervorteilen und Zulagen wird nur dann fällig, wenn das Wohneigentum mindestens 20 Jahre selbst genutzt und nicht vermietet wird – andernfalls heißt es: Geld zurück! Es wird in der Tat der falsche Eindruck erzeugt, dass der Weg zur Eigentumswohnung oder zum Eigenheim jedem offen steht. Da hat wieder die Bau-Lobby, die immer wieder in Berlin vorstellig wurde, ganze Arbeit geleistet.

Die A&W-Tabelle zeigt, dass sich der Anteil der staatlichen Hilfe als recht mager erweist. Ganze 3,7 Prozent am Gesamtaufwand finanziert der Staat mit. Aber auch sonst gibt es einfach zu viele K.O.-Kriterien: Das Kindergeld wird ja nicht immer bis zum 25. Lebensjahr ausgezahlt. Oder es wird aus beruflichen Gründen ein Wohnortwechsel fällig. Oder aus der angestellten Tätigkeit wird eine selbstständige. Bei Scheidung, Tod in der Ansparphase oder Schenkung an Verwandte gibt es weitere Probleme.

Wer bereits einen Riestervertrag hat, kann das angesparte Kapital ganz oder teilweise (mindestens 75 Prozent) für den Immobilienerwerb entnehmen. Pferdefuß für dieses und nächstes Jahr: Es müssen aber schon 10.000 Euro angespart sein – was aber in der Regel nicht der Fall ist. Zudem gilt auch bei Wohnriester die nachgelagerte Besteuerung. Allein die Steuer-Bestimmungen sind derart komplex, dass viele Immobilienkäufer abgeschreckt werden.

Wenn nur eine der vielen Voraussetzungen nicht erfüllt ist, bricht die gesamte Kalkukation in sich zusammen. Finanzexpertin Svea Kuschel: „Wohnriester bietet einen Mitnahmeeffekt – nicht mehr und nicht weniger. Es bleibt ein Tropfen auf den heißen Stein!“

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