Finanzielle Verantwortung

Einstehen für fremde Schulden: Eine Bürgschaft ist riskant

Ärzte, die für die Schulden eines Dritten bürgen, gehen ein finanzielles Risiko ein. Die Entscheidung sollte daher wohlüberlegt sein. Allerdings kann die Haftung auch beschränkt werden.

(dpa/tmn) Eine Bürgschaft zu übernehmen, ist nicht ohne Risiko. Denn Bürgen übernehmen die finanzielle Verantwortung für fremde Schulden. Und dafür müssen sie, wenn es schlecht läuft, selbst geradestehen.

«Das kann den Bürgen im Zweifelsfall in den Ruin treiben», warnt Herbert P. Schons, Jurist aus Duisburg und Vizepräsident des Deutschen Anwaltvereins (DAV). Konkret ist nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch eine Bürgschaft ein einseitig verpflichtender Vertrag. Der Vertrag muss in Schriftform erfolgen. Der Bürge verpflichtet sich gegenüber dem Gläubiger eines Dritten, mit seinem pfändbaren Vermögen und Einkommen zu haften, falls der eigentliche Schuldner nicht mehr zahlen kann.

Ist der Fall eingetreten und der Bürge musste für den Schuldner zahlen, kann der Bürge vom Schuldner – zumindest theoretisch – das Geld zurückverlangen. Ob der Bürge aber dann tatsächlich sein Geld bekommt, ist fraglich. «Daher sollte immer genau geprüft werden, ob eine Bürgschaft wirklich unbedingt notwendig ist», rät Marcus Köster von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

«Bei der Bürgschaft gibt es verschiedene Formen, die den Verbraucher mal mehr, mal weniger einschnüren», sagt Köster. Bürgen sollten daher sehr genau auf die Formulierung der Bürgschaftsverpflichtung achten, bevor sie sie unterschreiben.

Weit verbreitet sind die sogenannten selbstschuldnerischen Bürgschaften. Dabei verzichtet der Bürge, wie es im Juristendeutsch heißt, auf die Einrede der Vorausklage. «Das bedeutet, dass der Bürge dann zur Kasse gebeten wird, sobald der Schuldner nicht mehr zahlt», erläutert Schons. Der Gläubiger muss sich dann nicht zuerst das Geld beim eigentlichen Schuldner holen, etwa durch Zwangsvollstreckung.

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