Letzte Chance auf Steuerersparnisse

Endspurt 2016: Steuertipps für Arbeitnehmer

Nur noch wenige Wochen, dann ist 2016 Geschichte und damit auch die Chance vertan, noch ein paar Steuerersparnisse mitzunehmen. Nutzen Sie Ihre letzte Chance, einen Kassensturz zu machen und zu überlegen, wie sich in diesem Jahr noch Steuern sparen lassen. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) gibt Tipps und Hinweise, woran jetzt noch gedacht und welche Anträge gestellt werden sollten.

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat in einer Übersicht zusammengestellt, welche Steuertipps in diesem Jahr noch besonders relevant sind und bis Jahresende noch umgesetzt werden können. Vor allem, wer beruflich viel unterwegs ist, kann mehr Aufwendungen steuerlich geltend machen, als oft gedacht. Hier die wichtigsten Tipps der Experten für Arbeitnehmer, die auch ohne Steuerberater möglichst viel aus ihrer Einkommenssteuer-Erklärung rausholen wollen.

Fahrtenbuch muss gegebenenfalls ab 1. Januar geführt werden

Wer von seinem Arbeitgeber einen Firmenwagen zur Verfügung gestellt bekommt und ihn auch privat für Fahrten nutzen darf, muss diesen Vorteil versteuern. Schließlich bezahlt der Arbeitgeber alle Kosten des Firmenwagens, also nicht nur die beruflich veranlassten. Damit profitiert der Mitarbeiter profitiert auch privat davon. Um den steuerlich relevanten Anteil zu berechnen, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Zum einen die 1-Prozent-Regelung und zum anderen das Führen eines Fahrtenbuchs. In der Regel lohnt sich die Fahrtenbuchmethode immer dann, wenn das Fahrzeug weit überwiegend beruflich genutzt wird und die privaten Fahrtkosten überschaubar sind.

Soll die Fahrtenbuchmethode genutzt werden, muss bereits ab dem 1. Januar 2017 ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch geführt werden. Eine rückwirkende Korrektur oder das Nachtragen des Fahrtenbuches ist nicht zulässig! Wer dann am Jahresende 2017 feststellt, dass die 1-Prozent-Regelung doch günstiger für ihn wäre, kann ohne Probleme mit der 1-Prozent-Regelung abrechnen. Abgesehen vom Aufwand für den Arbeitnehmer, spricht also nichts dagegen, das gesamte Jahr über ein Fahrtenbuch für die Steuer zu führen.

Wenn Sie nicht sicher sind, welche stueerliche Variante für Sie die richtige ist, können Sie es sich von Ihrem Steuerberater berechnen lassen.

Freibeträge für 2017 eintragen lassen – So sichern Sie sich mehr Netto vom Brutto!

Erwarten Arbeitnehmer hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen, kann beim Finanzamt ein Freibetrag beantragt werden. Damit wird bereits bei der monatlichen Lohnsteuer ein zu hoher Steuerabzug vermieden und das Nettogehalt fällt entsprechend besser aus. Wer bereits ab Januar von den Freibeträgen profitieren möchte, sollte noch in diesem Jahr aktiv werden und den Antrag beim Finanzamt stellen.

Hohe Aufwendungen als Voraussetzung

Bedingung für einen solchen Antrag ist, dass der Steuerzahler hohe Aufwendungen haben wird. Dies können z. B. hohe Werbungskosten für einen langen Arbeitsweg, für Arbeitskleidung und Arbeitsmittel, Mehraufwendungen für eine doppelte Haushaltsführung oder hohe Fortbildungskosten sein. Auch Sonderausgaben wie z. B. Unterhaltsleistungen an den geschiedenen Ehegatten können geltend gemacht werden- Ebenso außergewöhnliche Belastungen, wie etwa hohe Krankheitskosten. Diese können auf Antrag bereits beim monatlichen Lohnsteuerabzug berücksichtigt werden. Voraussetzung ist, dass die Aufwendungen mehr als 600 Euro pro Jahr betragen. Werbungskosten werden dabei allerdings erst berücksichtigt, wenn sie den Arbeitnehmer-Pauschbetrag in Höhe von 1.000 Euro im Jahr übersteigen. Seit dem Jahr 2015 können Sie Freibeträge sogar schon für zwei Jahre beantragen.

Ermäßigung der Lohnsteuer beantragen

Der Antrag auf Lohnsteuerermäßigung muss auf einem amtlichen Formular gestellt werden. Für Neuanträge oder Anträge auf einen höheren Freibetrag bei der Lohnsteuer ist ein sechsseitiges Formular auszufüllen. Für einen Freibetrag in bisheriger oder geringerer Höhe genügt das vereinfachte zweiseitige Formular.

Hinweis: Wer entsprechende Freibeträge für die Lohnsteuer erhält, muss in jedem Fall eine Einkommensteuererklärung abgeben. Das Finanzamt rechnet dort nach, ob zu hohe Freibeträge berücksichtigt wurden. Ändern sich die Umstände, sodass der Freibetrag herabgesetzt werden muss, z. B. weil sich nach einem Jobwechsel der Arbeitsweg verkürzt, so muss der Steuerzahler die Änderung gegenüber dem Finanzamt anzeigen.

Lohnsteuerklassen überprüfen

Verheiratete Arbeitnehmer sollten zum Jahreswechsel überprüfen, ob ihre Lohnsteuerklassen noch optimal passen. Verändert sich im kommenden Jahr z. B. durch einen Jobwechsel oder eine Gehaltserhöhung das Verhältnis der Einnahmen zwischen den Ehepartnern, kann der Wechsel in eine andere Steuerklassenkombination sinnvoll sein. Auch wer eine Arbeitslosigkeit befürchtet oder Nachwuchs plant, sollte über einen Steuerklassenwechsel nachdenken. Denn je nach Steuerklasse verändert sich das monatliche Nettogehalt. Diese Information ist wichtig, denn es geht nicht nur um Steuern: Möglicherweise verändert sich auch die spätere Lohnersatzleistung wie Arbeitslosen- oder Elterngeld.

Ehepaare haben die Wahl zwischen der Steuerklassekombination 4/4, 3/5 und dem Faktorverfahren. Die Steuerklasse 4/4 wird häufig bei annähernd gleichen Einkommen der Partner gewählt, die Kombination 3/5 bei unterschiedlicher Einkommensverteilung. Mit dem Faktorverfahren kann die voraussichtliche Höhe der Steuern sehr genau ermittelt werden. Wer die Steuerklassenkombination 3/5 oder das Faktorverfahren wählt, muss in jedem Fall eine Einkommensteuererklärung abgeben.

Werbungskosten überschlagen – Kassensturz kann sich lohnen

Vor dem Jahresende sollten Arbeitnehmer schon einmal einen „Kassensturz“ machen. So kann überprüft werden, ob bestimmte Pauschbeträge oder andere wichtige Grenzen bereits überschritten wurden und sich hieraus Handlungs- und Gestaltungsbedarf ergibt. So kann es sich lohnen, bestimmte Anschaffungen vorzuziehen oder zurückzustellen. Ist der Werbungskostenpauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr schon überschritten, kann es sinnvoll sein, Ausgaben vorzuziehen: Steht ohnehin die Anschaffung eines neuen Computers, von Fachbüchern, Arbeitskleidung oder von neuem Schreibmaterial an, können diese Anschaffungen ggf. noch im Jahr 2016 erfolgen. Dann wird der Arbeitnehmer-Pauschbetrag umso kräftiger überschritten. Wer hingegen im laufenden Jahr mit seinen Werbungskosten weit unter dem Pauschbetrag von 1.000 Euro liegt und die Grenze nicht mehr erreicht, sollte mit der Investition bis ins kommende Jahr warten. Vielleicht wird dann der Werbungskosten-Pauschbetrag geknackt.

Verjährungs- und Abgabefristen beachten!

Nicht alle Steuerzahler sind verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Angestellte Singles ohne sonstige Einkünfte oder Paare mit der Steuerklasse 4/4 brauchen meist keine Einkommensteuererklärung abgeben. Sie können jedoch freiwillig eine Steuererklärung beim Finanzamt einreichen. Dies lohnt sich, wenn mit einer Steuererstattung, z. B. wegen eines langen Fahrtwegs zur Arbeit, gerechnet werden kann. Das Gesetz räumt diesen Steuerzahlern vier Jahre für die Abgabe der Erklärung ein. Danach wird die freiwillige Einkommensteuererklärung vom Finanzamt nicht mehr akzeptiert und die eventuelle Steuererstattung ist verschenkt. Die Erklärung für das Jahr 2012 muss daher grundsätzlich am 31. Dezember 2016 beim Finanzamt eingereicht werden.

Da der 31. Dezember 2016 in diesem Jahr auf einen Samstag fällt, verschiebt sich Abgabefrist der Steuererklärung 2012 auf Montag, 2. Januar 2017.

Besonderheiten bei Steuererklärung über ELSTER

Für den rechtzeitigen Eingang der Erklärung beim Finanzamt kommt es auf die Unterschrift an! Wird die sogenannte „komprimierte“ Steuererklärung über das elektronische Programm „Elster Formular“ genutzt, muss der Steuerzahler die Richtigkeit der Angaben auf dem „komprimierten Ausdruck“ mit seiner Unterschrift bestätigen. Erst wenn das unterschriebene Formular beim Fiskus eingeht, kann die Bearbeitung der Erklärung beginnen. Die bloße elektronische Datenübermittlung genügt in diesem Fall nicht.

Zur Wahrung der Abgabefrist muss der unterschriebene Vordruck der Steuererklärung daher spätestens am 2. Januar 2017 beim Finanzamt ankommen. Kommt es bei einer freiwilligen Steuererklärung zu einer Nachzahlung zuungunsten des Steuerzahlers, kann der Antrag zurückgenommen werden.

Weitere Steuertipps zum Jahresendspurt 2016 finden Sie hier:

Steuertipps für Unternehmer

Steuertipps für Sparer und Kapitalanleger

Steuertipps für Vermieter

Steuertipps für Mieter und Hauseigentümer

Steuertipps 2016 Allgemein

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