Mehr Fälle von arbeitsbedingtem Hautkrebs

Ergebnisse der Unfallversicherung: Risiko bei der Arbeit weiter gesunken

Das Unfallrisiko bei der Arbeit ist im vergangenen Jahr erneut zurückgegangen. Das geht aus den Geschäfts- und Rechnungsergebnissen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor. Die Kosten der Gesetzlichen Unfallversicherung sind dennoch gestiegen.

2017 lagen die Aufwendungen der gesetzlichen Unfallversicherung für Prävention, Rehabilitation, finanzielle Entschädigung und Verwaltung bei rund 13,2 Milliarden Euro – ein Anstieg um 287 Millionen Euro bzw. rund 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch sank der durchschnittliche Beitrag zu den Berufsgenossenschaften von 1,18 auf 1,16 Euro je 100 Euro Lohnsumme. Er lag damit so tief wie nie zuvor in der Geschichte. Das ist allerdings auch der guten konjunkturellen Entwicklung geschuldet: Die Entgelte, auf deren Grundlage der Beitrag berechnet wird, nahmen 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent zu – auf rund 1 Billion Euro.

Das Unfallrisiko ist im vergangenen Jahr gesunken. Danach erreichte die relative Unfallquote mit 21,16 meldepflichtigen Arbeitsunfällen je 1.000 Vollarbeiter einen neuer Tiefstand. Der Rückgang lässt sich über alle Branchen hinweg beobachten. Lediglich im Handel gab es eine leichte Zunahme. Insgesamt lag das Unfallrisiko im Bau- und Verkehrssektor deutlich über dem Durchschnitt, im Gesundheitswesen, im öffentlichen Dienst und in der Verwaltung deutlich darunter. Zugenommen hat dagegen die Zahl der Fälle von arbeitsbedingtem Hautkrebs. Insgesamt verzeichneten die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung 2017 bei 3.887 Versicherten arbeitsbedingten hellen Hautkrebs (2016: 3.723).

Entwicklung Berufskrankheiten

ie Gesamtzahl der Fälle, in denen sich der Verdacht auf eine Berufskrankheit bestätigte, sank um 4,9 Prozent auf 38.080. Davon betrafen rund 18.400 Fälle arbeitsbedingte Hautekzeme, zum Beispiel durch Feuchtarbeit (2016: 19.641). Bei 6.649 Versicherten stellten die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung eine arbeitsbedingte Lärmschwerhörigkeit fest (2016: 6.850). Heller Hautkrebs, die dritthäufigste Berufskrankheit, war mit einem Anstieg um 165 Fälle allerdings die Ausnahme (insgesamt 3.887) Betroffene.

2017 stellten Berufsgenossenschaften und Unfallkassen bei rund 3.700 Versicherten außerdem eine Erkrankung fest, die durch den beruflichen Kontakt mit Asbest ausgelöst wurde. Auch für die Mehrheit der 2.580 Todesfälle in Folge einer Berufskrankheit (2016: 2.573) war Asbest die Ursache.

Unfallrisiko bei der Arbeit

Die Infografik zeigt die häufigsten bestätigten Berufskrankheiten im vergangenen Jahr. Grafik: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)/DGUV“

 

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