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Existenzgründung: Praxisübernahme besonders teuer


Händeschütteln über einem Vertrag zur Praxisübernahme.

Die Niederlassung in einer Einzelpraxis die häufigste Form der Existenzgründung durch Ärzte und findet in den meisten Fällen durch eine Praxisübernahme statt. Das ist allerdings auch die teuerste Möglichkeit, eine eigene Praxis zu eröffnen.

2016 haben sich 54 Prozent der hausärztlichen Existenzgründer durch die Übernahme einer Einzelpraxis niedergelassen. Die neue Gründung einer Praxis ist deutlich weniger beliebt. Das belegt die Analyse der Existenzgründungen unter den Ärzten für 2016. Sie wird jährlich von der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) sowie dem Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (Zi) vorgelegt.

Eigene Praxis kostet 134.000 Euro

Eine Praxisübernahme macht hohen Kapitaleinsatz notwendig: Laut Analyse erfordert sie mit 134.000 Euro die höchsten durchschnittlichen Investitionen für eine eigene Arztpraxis. Günstiger gestalteten sich zwar mit 104.000 Euro im Schnitt die Neugründungen von Einzelpraxen, doch diese finden nur sporadisch statt und machten 2016 gerade mal 5 Prozent der Eröffnungen aus.

Kooperationsanteil bei Arztpraxen bleibt stabil

2016 entschieden sich 41 Prozent der hausärztlichen Existenzgründer für die Selbstständigkeit in Kooperationen. Damit blieb ihr Anteil ähnlich hoch wie im Vorjahr.

Die Niederlassungsformen hier sind sehr vielfältig, ebenso die dafür benötigten Investitionen: Die günstigste Form war 2016 der Kauf und die Überführung einer Einzelpraxis in eine Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) mit 105.000 Euro. Am teuersten war die Übernahme einer BAG zusammen mit anderen Partnern, die mit durchschnittlich 129.000 Euro zu Buche schlug. Sie kommt jedoch ähnlich wie die Neugründung einer Praxis nur selten zustande.

Großstadtpraxen hoch im Kurs

Ein Blick auf die Übernahmepreise für Praxen zeigt, dass 2016 in der Großstadt mit durchschnittlich 100.000 Euro die höchsten Summen gezahlt wurden. Das bedeutet eine Steigerung um 27 Prozent. Im Gegensatz dazu blieb der Durchschnittspreis für eine hausärztliche Einzelpraxis auf dem Land mit 68.000 Euro relativ konstant.

Hausärzte ließen sich 2016 übrigens wieder etwas häufiger auf dem Land nieder: 10,3 Prozent aller hausärztlichen Existenzgründer haben sich für die Praxis auf dem Land entschieden. Damit stieg der Anteil innerhalb eines Jahres um ein Prozent.

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Ilias TsimpoulisManaging Director bei Doctolib

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