Corona-Krise und Vermögen

Experten der Deutschen Apotheker- und Ärztebank raten: Anleger sollten Ruhe bewahren!

Der Einbruch der Aktienmärkte versetzt viele Anleger in Panik. Wer sein Geld retten möchte, verkauft – und macht damit einen großen Fehler. Warum eine entspannte Haltung die bessere Strategie ist, erklärt Dr. Hanno Kühn, Leiter Asset Management Chief Investment Officer (CIO) bei der ApoBank.

Was bedeutet die Coronakrise für mein Vermögen?

Dr. Hanno Kühn: Jede Krise ist anders, so auch die gegenwärtige um die Ausbreitung des Coronavirus. Vielen anderen gemein hat sie jedoch, dass ein Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität die Unternehmen und ihre Gewinnsituation belasten wird. Dies spiegelt sich gegenwärtig in fallenden Börsenkursen wider.

Der Vermögensaufbau sollte sich aber an den individuellen Bedürfnissen eines Anlegers orientieren und langfristig ausgerichtet sein. Temporäre Wertschwankungen des Vermögens sollten daher keine grundsätzliche Änderung der Anlagestrategie nach sich ziehen. Wenn Anpassungen jedoch stattfinden, sollte ihnen eine fundierte ökonomische Analyse zu Grunde liegen.

Doch wie nach Krisen zuvor sind wir sicher, dass auch in Zukunft die Wirtschaften wieder wachsen werden. So überstieg bereits 2011, zwei Jahre nach dem Ende der Finanzkrise, das deutsche Bruttoinlandsprodukt schon wieder sein Vorkrisenniveau. An den Börsen vollzog sich der Aufwärtstrend schon deutlich schneller.
Das heißt: Auch wenn der Wert ihres Portfolios gegenwärtig gesunken ist, besteht langfristig eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass eine aktienbasierte Anlagestrategie ihr eingesetztes Vermögen nachhaltig steigert.

Soll ich jetzt Aktien verkaufen?

Dr. Hanno Kühn: Nein. Eine der größten Anlegerfehler lässt sich in Phasen von Kursverlusten beobachten. Menschen haben das grundsätzliche Bedürfnis nach Stabilität und Sicherheit, insbesondere bei ihrer Kapitalanlage. Daher ist es emotional verständlich, dass nach Kursverlusten an den Börsen Anleger dazu neigen, sich in Phasen der Unsicherheit vom Aktienmarkt zurückzuziehen.

Doch durch ein solches Verhalten realisieren Anleger reale Verluste und verpassen die sich anschließenden Erholungen. Und gerade im zeitlich nahen Umfeld von Krisen stiegen die Börsenkurse in der Vergangenheit zumeist schnell und überdurchschnittlich stark wieder an.

Ob die Kurse noch weiterfallen, ist schwerlich vorauszusagen. Denn im angespannten Umfeld sind Kursbewegungen nicht selten stimmungsgetrieben und entziehen sich einer ökonomischen Logik. Auf Timing am Markt zu setzten, ist daher weniger Wissenschaft als Zauberei.

Ökonomisch gehen wir jedoch davon aus, dass die wirtschaftlichen Belastungen 2020 erheblich sein werden. Eine Rezession in ähnlichem Ausmaß wie 2009 scheint realistisch. Daher dürfte eine allzu schnelle Aufholung der bisherigen Kursgewinne auch wenig wahrscheinlich sein. Doch auch in der Finanzkrise galt, dass bereits im Krisenjahr 2009 der Aufschwung an den Börsen wieder einsetzte.

Welche Erfahrungen und Handlungsempfehlungen können sie mit auf den Weg geben?

Dr. Hanno Kühn: Zuerst einmal heißt es Ruhe bewahren. Denn als Anleger ist es allen voran wichtig, dass durch ihre Vermögensanlage ihre Ausgabenbedürfnisse gedeckt werden. Wie viel ein Aktiendepot zu einem Stichtag wert ist, ist dabei unerheblich. Daher verbietet sich vorschnelles Handeln.

Zum anderen gilt in der Krise umso mehr, den Blick fürs Wesentliche nicht zu verlieren. Langfristig wichtig für den Erfolg ihrer Anlage bleibt ein breit aufgestelltes Portfolio verschiedener Anlageklassen, das in Krisenphasen wie derzeit Verlustrisiken reduziert, aber ausreichend Risiken beinhaltend, um langfristig Erträge zu generieren. Denn Risiko und Rendite gehen Hand in Hand.

Insbesondere in gemanagten Portfolien, wie bspw. der Vermögensverwaltung der apoBank, lässt sich die Umsetzung einer langfristig ausgerichteten Strategie nach Ihren persönlichen Bedürfnissen realisieren. Die Anlagestrategie basiert hierbei auf tiefgehenden ökonomischen Analysen und dem Knowhow, um an den Märkten zu agieren.

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