Widerspruch lohnt sich

Falsche Daten im Steuerbescheid: Diese Änderung müssen Sie nicht akzeptieren!

Wird ein Steuerbescheid wegen fehlerhafter Daten nachträglich vom Finanzamt geändert, geschieht das leider nicht immer zugunsten des Arztes. Vielmehr können für ihn dabei durchaus auch höhere Steuern anfallen. Steuerzahler müssen dies jedoch nicht akzeptieren – so eine Änderung zulasten des Zahlers ist nämlich oft gar nicht zulässig.

(dpa/tmn) Das Finanzamt kann einen bereits ergangenen Steuerbescheid nachträglich ändern. Das passiert beispielsweise, wenn das Finanzamt Daten übernommen hat, die von Arbeitgebern, Versicherern oder Banken falsch gemeldet wurden und diese nachträglich korrigiert werden.

Wie Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler erklärt, müssen betroffene Ärzte das aber nicht einfach hinnehmen. Fallen nach der Änderung des Bescheids höhere Steuern an, sollten Steuerzahler sogar genau überprüfen, ob sie die Änderungen überhaupt akzeptieren müssen. Der Bescheid darf nämlich nicht in jedem Fall nachträglich zulasten des Steuerzahlers geändert werden. Wie ein Urteil des Niedersächsischen Finanzgerichtes (Az.: 3 V 226/14) zeigt, gilt das vor allem, wenn das Finanzamt dabei nicht die Angaben des Steuerzahlers berücksichtigt hat.

Korrektur nur bedingt möglich

In dem verhandelten Fall hatte ein Arbeitnehmer in der Einkommensteuererklärung seinen Bruttolohn zutreffend angegeben. Sein Chef hatte dem Finanzamt hingegen ein niedrigeres Bruttoeinkommen elektronisch gemeldet. Der Sachbearbeiter im Finanzamt übernahm die falschen Daten des Arbeitgebers. Einige Monate später fiel der Fehler auf. Das Finanzamt änderte den Bescheid und verlangte mehr Steuern.

Zu Unrecht, entschied das Finanzgericht: Der Steuerzahler hatte seine Einnahmen zutreffend angegeben. Der Finanzbeamte hätte aufklären müssen, warum die elektronisch gemeldeten Daten des Chefs abweichen.

Grundsätzlich haben Steuerzahler für die Prüfung meist nicht viel Zeit: «Ein Steuerbescheid wird in der Regel einen Monat nach Bekanntgabe bestandskräftig», erklärt Klocke. Danach sei eine Korrektur nur noch unter strengen Voraussetzungen möglich – wenn etwa neue Tatsachen vorliegen. Längere Änderungsfristen gelten nur, wenn der Steuerbescheid unter dem Vorbehalt der Nachprüfung steht – das ist oft bei Gewerbetreibenden oder Selbstständigen der Fall.

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