Praxisverkauf als Altersvorsorge

Altersvorsorge: Falsche Erwartungen beim Praxisverkauf

Ärzte, die ihre finanzielle Altersvorsorge vor allem auf den späteren Verkaufserlös ihrer Praxis aufbauen, sollten die damit zweifellos verbundenen Risiken nicht unterschätzen.

Praxisübernahmen werden inzwischen immer schwieriger. Während sich Verkäufer und Käufer meist noch relativ schnell auf einen Preis einigen können, machen zunehmend die Banken Probleme. Und zwar bei der Kredithöhe, die sich am Verkaufserlös orientiert. Die bankinternen Bewertungsansätze stimmen nur selten mit den vom Verkäufer ermittelten Praxiswerten überein. Übernahmen drohen so zu scheitern. Und den bisherigen Praxisinhabern geht unter Umständen ein Großteil der Altersvorsorge verloren.

Praxisinhaber, die über einen Verkauf nachdenken, sollten sich deshalb sorgfältig und vor allem rechtzeitig vorbereiten. Dazu gehört auch, die banküblichen Bewertungsdetails näher zu betrachten. Für die materiellen Werte wie Grundstück, Gebäude und Praxisausstattung gibt es nachvollziehbare Bewertungsmaßstäbe. Richtwertkarten bei den Gemeinden etwa geben konkrete Hinweise zu Bodenpreisen, bereits vorliegende Gutachten zu vergleichbaren Gebäuden oder angemessene Zeitwerte bei der Praxisausstattung. Das sollte selbst kritische Kreditgeber überzeugen.

Im Gegensatz zum Beleihungswert, der üblicherweise auf Basis des dargestellten Verkehrswertes ermittelt wird, orientiert sich die tatsächliche Kredithöhe vor allem an der bankinternen Beleihungsgrenze, die ihrerseits einen bestimmten Prozentsatz des Beleihungswertes ausmacht. Für einen Praxisnachfolger kann der Unterschied erheblich sein: bei einem gutachterlichen Praxiswert von etwa 300.000 Euro und einer Beleihungsgrenze von sechzig Prozent kann der zukünftige Inhaber also nur mit 180.000 Euro Kredit rechnen. Kommt kein nennenswertes Eigenkapital hinzu, entspricht dieser Betrag der Höhe des Kaufpreises und damit dem Erlös für den bisherigen Praxisinhaber. Aber selbst bei einer angemessenen Eigenkapitalquote müssten so vom jetzigen Praxisinhaber erhebliche finanzielle Abstriche bei seiner späteren Altersvorsorge gemacht werden. Den von ihm erwarteten Betrag von 300.000 Euro, der ja nicht seinen eigenen, subjektiven Schätzungen, sondern einem offiziellen Gutachten zu Grunde liegt, wird er nicht einmal annähernd erzielen.

So packen Sie‘s an!

Es ist sinnvoll, rechtzeitige Gespräche mit mehreren möglichen Kreditgebern zu führen. Die Beleihungsgrenzen werden nämlich durchaus flexibel ermittelt. Praxisinhaber und -nachfolger sollten daher folgende Punkte bereits im Vorfeld von Übergabeverhandlungen beziehungsweise bei Vorbesprechungen mit Kreditinstituten beachten:

  • Ein offizielles Wertgutachten ist eine verlässliche Bewertungsgrundlage zur Vorlage bei Banken
  • Bei zunächst informellen Bankgesprächen die jeweiligen Kreditvergaberichtlinien erfragen
  • Bei unterschiedlichen Einschätzungen die dafür verantwortlichen Gründen erfragen
  • Bleibt es bei geringen Bewertungsansätzen, sind zusätzliche Finanzierungen oft dennoch möglich. Freilich zu meist höheren Kreditkosten
  • Rechtzeitig die Möglichkeit der Nutzung öffentlicher Darlehen und Bürgschaftsbanken klären. Letztere bieten den Banken in Form von Ausfallbürgschaften entsprechende Sicherheiten, wenn es dem Praxisnachfolger daran mangelt. Anträge auf Bürgschaftsübernahme werden über die Kreditinstitute vor Ort gestellt
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