Neue Studie der Apo-Bank

Familie und finanzielle Sicherheit sind Ärzten wichtiger als Karriere

Finanzielle Sicherheit und Altersvorsorge stehen bei Ärzten, Zahnärzten und Apothekern sehr weit oben auf der Prioritäten-Liste – sie kommen direkt nach Partnerschaft und Familie. Die berufliche Karriere oder ein repräsentativer Lifestyle spielen im Vergleich dazu nur noch eine untergeordnete Rolle. So lauten jedenfalls die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage der ApoBank unter Heilberuflern.

Welche Vorstellungen haben Ärzte, Zahnärzte und Apotheker, wenn es um ihren Beruf und um ihr Leben geht? Antworten hierauf gibt die neue Studie der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) „Inside Heilberuf“. Sie basiert auf einer repräsentativen Umfrage nach den Werten, Zielen und Wünschen der Heilberufler. Demnach spielt das Thema Geld eine besonders große Rolle, aber nur als Mittel zum Zweck.

Ideelle Werte wichtiger als materielle

So liegt die Priorität der Heilberufler heute ganz klar auf Familienleben und Partnerschaft. Sie erreichen mit 91 Prozent den absoluten Top-Wert auf der Skala der wichtigsten Bereiche. Doch schon an zweiter Position folgen finanzielle Sicherheit und Altersvorsorge mit 85 Prozent. Erst an dritter Stelle steht das Bedürfnis, Menschen zu helfen beziehungweise sie zu heilen. Die Nummer 4 und 5 auf der Prioritätenliste sind Freizeit und persönliche Fitness.

Mit „hohes Einkommen“, „Eigentum“ und „Vermögensbildung“ (58, 56 und 55 Prozent) finden sich noch 3 weitere Finanzthemen unter den Top-10. Ihre berufliche Karriere (45 Prozent), einen hohen gesellschaftlichen Status (50 Prozent) und einen repräsentativen Lifestyle (13 Prozent) stellen Heilberufler heute hingegen nicht mehr in den Vordergrund. Ein nachhaltiger Lebenstil und Umweltschutz sind ihnen beispielsweise noch wichtiger.

Fazit: Geld ist für Heilberufler, die nach wie vor zu den Top-Verdienern in Deutschland gehören, noch immer eines der wichtigsten Themen. Allerdings geht es dabei nicht mehr um den Status oder die Außenwirkung, sondern vor allem um die Möglichkeit, sich und der Familie ein angenehmes und abgesichertes Leben zu ermöglichen.

Die weiteren Ergebnisse der Umfrage

Mehr Autonomie und Entscheidungsfreiheit sind den Befragten ebenfalls ein starkes Bedürfnis, wie die weiteren Ergebnisse der Umfrage zeigen. Für ihren beruflichen Alltag wünschen sich 69 Prozent der Ärzte, Zahnärzte und Apotheker mehr Zeit für den Patienten. 64 Prozent der Heilberufler sprechen sich für mehr Unabhängigkeit bei beruflichen Entscheidungen und 62 Prozent für mehr Flexibilität bei ihrer Arbeitszeitgestaltung aus.

Auf der Agenda der Herausforderungen für das Gesundheitswesen steht der bürokratische Aufwand im Berufsalltag ganz oben – 65 Prozent der Befragten sehen hier Handlungsbedarf. An zweiter Stelle mit 48 Prozent folgen staatliche Regulierungen und Budgetierung bei der Patientenversorgung. Diese Werte korrelieren entsprechend mit dem stark ausgeprägtem Wunsch nach weniger Dokumentationspflichten und Verwaltungsarbeit im beruflichen Alltag.

Sorge um den Nachwuchs

Alles in allem zeigt die Studie in der Regel zufriedene Heilberufler (62 Prozent), so das Fazit der Analysten. Allerdings stehen viele Mediziner den künftigen Entwicklungen skeptisch gegenüber: 38 Prozent der Befragten zählen die Attraktivität der Heilberufe für den Nachwuchs zu den wichtigsten Herausforderungen für das Gesundheitssystem. Jeder fünfte Heilberufler würde seinen Beruf nicht weiterempfehlen und fast jeder vierte ist in dieser Hinsicht unentschlossen.

„Der gesellschaftliche Wandel beeinflusst das bestehende Gesundheitswesen und wirkt weit in die Lebens- und Arbeitswelten der Heilberufler hinein. Umso mehr kommt es darauf an, ein attraktives Arbeitsumfeld zu gestalten, das ihren Vorstellungen und Wünschen gerecht wird. Insbesondere den Ruf nach weniger Bürokratie und Regulierung sollten die Gestalter unseres Versorgungssystems nicht überhören. Denn um Gesundheitsleistungen von hoher Qualität für alle zu sichern, brauchen wir vor allem engagierte und qualifizierte Menschen, die gerne als Ärzte, Zahnärzte oder Apotheker arbeiten“, kommentiert Ulrich Sommer, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der apoBank.

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