Ärztliche Privatliquidation

Fehler bei der Rechnungsstellung in der Arztpraxis vermeiden

Damit das Forderungsmanagement in der Arztpraxis reibungslos läuft, muss die Buchhaltung auf korrekte Arztrechnungen achten. Ein schönes Logo und ein gutes Papier hinterlassen einen seriösen Eindruck, doch wichtiger ist, dass alle Anforderungen an Form und Inhalt erfüllt werden. Denn Fehler bei der Rechnungsstellung rächen sich.

Häufige Fehler

Ein häufig vorkommender Fehler bei der Rechnungsstellung ist beispielweise, dass die Rechnung auf den Namen des Patienten ausgestellt wird, obwohl es sich dabei um ein Kind, einen Jugendlichen oder um einen geschäftsunfähigen Erwachsenen handelt. Eine Arztrechnung darf nur an einen volljährigen und geschäftsfähigen Adressaten gestellt werden. Ansonsten verliert die Forderung ihre Gültigkeit und kann im Zweifelsfall gar nicht eingetrieben werden.

Deshalb sollten Ärzte bzw. ihre Buchhaltung immer daran denken, dass bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren die Rechnung an die gesetzlichen Vertreter (in der Regel die Eltern) gestellt wird. Bei geschäftsunfähigen Erwachsenen erhält der amtliche Betreuer die Rechnung.

Wofür erhält der Patient die Rechnung

Die Rechnung muss gemäß der Vorschriften des § 12 der GOÄ erstellt werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der korrekten Darstellung der einzelnen Leistungen. Die inhaltliche Beschreibung muss zudem verständlich formuliert sein. Idealerweise sollten die Leistungen außerdem chronologisch, also nach den tatsächlichen Abläufen ausgerichtet, aufgelistet werden, damit sie besser nachvollziehbar sind.

Weshalb erhält der Patient die Rechnung

Der Patient erhält eine Rechnung für Leistungen, die im Rahmen einer medizinisch notwendigen Behandlung erbracht wurden. Diese Tatsache muss sich aus den Diagnoseangaben auf der Rechnung nachvollziehen lassen, da sonst keine Kostenerstattung erfolgen kann. Nimmt der Patient allerdings Leistungen auf Verlangen und ohne medizinische Indikation in Anspruch, muss dies ebenfalls aus der Rechnung ersichtlich sein. Denn der Arzt ist verpflichtet, Wunschleistungen entsprechend zu kennzeichnen.

Wann erhält der Patient eine Rechnung

Zur Sicherung der Liquidität sollten die privatärztlich erbrachten Leistungen regelmäßig (z. B. nach Abschluss des Behandlungsfalles), spätestens jedoch vierteljährlich, zur Abrechnung gelangen. Erfahrungsgemäß sind Patienten von ellenlangen Rechnungen und einer hohen Honorarforderung wenig begeistert. Zudem geht die Zahlungsmoral für Rechnungen, die ein halbes Jahr oder noch länger nach der Behandlung ausgestellt werden, schnell in den Keller.

Fehlerhafte Rechnung zeigt mangelnde Kompetenz

Unprofessionell ausgestellte Rechnungen mit fehlerhaften Leistungsansätzen,Rechtschreibfehlern und fehlenden Pflichtangaben (Re.-Nummer, Steuer-Nummer, Hinweis auf das Zahlungsziel bzw. die Fälligkeit, Hinweis auf Umsatzsteuerfreiheit) hinterlassen nicht nur den Eindruck mangelnder Fachkompetenz. Im schlimmsten Fall können sie zu einem kompletten Honorarverlust führen.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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