Gesundheitsreform

Fehlkonstrukt aus Sicht der PKV!

Trotz Nachbesserungen wird die Private Krankenversicherung (PKV) durch Basistarif und Mitnahme der Altersrückstellungen bedrängt. Die Branche spricht von großen Belastungen. Ein Überblick.

Die generelle Frage: Wie viele Versicherte machen von der neuen Wechselmöglichkeit Gebrauch und in welche Tarife gehen sie? Leider ist man hier auf Vermutungen angewiesen. Wechseln werden wohl junge und gesunde Kunden. Zurück bleiben dann die schlechten Risiken – das müsste ein Risikostrukturausgleich abfedern.

Die Zahl der PKV-Pflichtigen wird auf 30.000 bis 40.000 geschätzt, was nicht gerade weltbewegend wäre. Für die Ärzte bringen die Basistarif-Wechsler aber spürbare Konsequenzen. Wenn maximal nur noch das 1,8-Fache reguliert wird, bedeutet dies eine gewaltige Honorarkürzung gegenüber dem alltäglichen 2,3-fachen Satz.

Bürokratie hoch drei: Der Basistarif entpuppt sich für die privaten Versicherer als ein bürokratisches Monstrum. Aufgrund unterschiedlicher Selbstbehalte und den je nach Bundesland unterschiedlichen Beihilfesätzen für Beamte müssen pro Krankenversicherer rund 100 Basistarife kalkuliert werden. Allein für diese Berechnungen schätzt die Branche den Mehraufwand auf gewaltige 250 Millionen Euro.

Nach Karlsruhe? Die vom Gesetz aufgezwungenen Belastungen tragen alle Privatversicherten. Das finden PKV-Experten verfassungswidrig. Man könne nicht den Altkunden, die im guten Glauben auf „sortenreine“ Tarife ihre Verträge abgeschlossen hätten, eine Quersubventionierung zumuten. Basistarif und Mitnahmemöglichkeit der Altersrückstellungen müssten letztlich über Beitragserhöhungen finanziert werden. Man rechnet deshalb mit Prämiensteigerungen in zweistelliger Höhe.

A&W-O-TON

Von der Abrissbirne zur Todesspirale

„Die Politik donnert jetzt nicht mehr mit der Abrissbirne gegen die PKV, sondern versucht, uns Stein für Stein abzutragen.“
Volker Leienbach, Direktor PKV-Verband

„Die PKV ist ein Wachstumsmarkt. Daran wird auch die verkorkste Gesundheitsreform nichts ändern.“
Dr. Michael Albert, Vorstandsmitglied der Allianz Private Krankenversicherung

„Die Gesundheitsreform zerstört die PKV und plündert die Privatversicherten schonungslos aus.“
Martin Peltzer, Rechtsanwalt und Notar in Frankfurt

„Dass die Kinder der Privatversicherten nicht unterstützt werden, ist ein klarer Verstoß gegen die Verfassung. Ich kann nur ermuntern, dagegen zu klagen.“
Helge Sodan, Präsident des Berliner Verfassungsgerichtshofs

„Ich halte die Gesundheitsreform für hochgefährlich. Es betrifft die Lebensschicksale von Millionen Menschen…“
Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte

„Die Gesundheitsreform löst eine Todesspirale für die PKV aus.“
Professor Johann Eckhoff, früherer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium

Anzeige

Kostenloses Webinar zum Thema Telematikinfrastruktur

Das Thema Telematikinfrastruktur (TI) ist allgegenwärtig. In unserem Webinar „Expertenwissen: Das Wichtigste zur TI in nur 30 Minuten” möchten wir Ihnen als Praxisentscheider(in) die TI und dere... Mehr
Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

Weitere Artikel zum Thema:

Seit Januar 2015

Mehr Geld für ärztliche Leistungen?


Hospiz- und Palliativversorgung

Mehr Geld auch für Vertragsärzte


Medizinische Fachangestellte

Mehr Geld für Auszubildende


Mehr Privatpatienten?

Vorschlag: PKV offen für alle


Marburger Bund

Sonderkonditionen für Mitglieder


Anzeige