So läuft das Kreditgespräch mit der Bank

Finanz-Check der Arztpraxis mit Hilfe von Kennzahlen

Vor Kreditvergabe analysieren Banken mit Kennzahlen Ihre finanzielle Situation und ermitteln Ihre Stärken und Schwächen. Lesen Sie hier, was Sie beherzigen sollten, wenn Sie sich auf ein Kreditgespräch vorbereiten müssen.

Mit Kennzahlen können

■ betriebliche Zahlungsströme zuverlässig gemessen und eingeschätzt werden;

■ finanzielle Grundlagen für die weitere Praxisentwicklung ermitteln werden;

■ Soll-Ist-Vergleiche mit anderen Praxen herbeigeführt werden;

■ die Beziehungen zu den Kreditgebern stabilisiert und ausgebaut werden.

Kennzahlen der kurzfristigen Liquidität zeigen, wie schnell Sie kurzfristige Zahlpflichten erfüllen können. Sie werden als Verhältnis liquider Mittel (Kasse, Guthaben, Schecks etc.) zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten (Kontokorrentkredite, Verbindlichkeiten, erhaltene Anzahlungen, kurzfristige Rückstellungen etc.) ermittelt :

Liquidität 1. Grades = Liquide Mittel : kurzfristige Verbindlichkeiten (fällig binnen eines Jahres);

Liquidität 2. Grades = Liquide Mittel + Forderungen : kurzfristige Verbindlichkeiten (fällig binnen eines Jahres);

Liquidität 3. Grades = Liquide Mittel + Forderungen + Warenbestand : kurzfristige Verbindlichkeiten (fällig binnen eines Jahres).

Cave: In allen drei Fällen sollte das Ergebnis größer oder gleich eins sein.

Kennzahlen der langfristigen Liquidität werden durch Deckungsgrade ausgedrückt:

Deckungsgrad 1 = Eigenkapital : Anlagevermögen;

Deckungsgrad 2 = Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital : Anlagevermögen;

Deckungsgrad 3 = Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital : Anlagevermögen plus Warenbestand.

Cave: Auch hier sollte das Ergebnis jeweils größer oder gleich eins sein.

Ermittlung des Cashflow

Der Cashflow zeigt, in welchem Umfang Ihre Praxis fähig sein wird, sich selber zu finanzieren und damit von Kapitalgebern möglichst unabhängig zu sein. Die vereinfachte Formel: Jahresüberschuss + Abschreibungen + Erhöhung (minus Verminderung) möglicher Pensionsrückstellungen = Cashflow.

Dynamischer Verschuldungsgrad

Er leitet sich aus dem Cashflow ab, zeigt die Entschuldungskraft Ihrer Praxis und errechnet sich als Fremdkapital : Cashflow. Als Grundsatz gilt, dass die Verschuldung einer Praxis das Drei- bis Vierfache des durchschnittlichen Cashflow der vergangenen drei Geschäftsjahre nicht überschreiten soll. Gelingt das nicht, gerät Ihre Kreditwürdigkeit in Gefahr.

 

Anzeige

AOK und CompuGroup Medical wollen digitale Vernetzung in die Fläche bringen

Ambulante Arztpraxen sollen möglichst einfach Zugang zum Digitalen Gesundheitsnetzwerk erhalten. Deshalb konzipiert die AOK Nordost in ihrer Region gemeinsam mit dem führenden Hersteller von eHealth... Mehr
Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

Weitere Artikel zum Thema:

Geldanlage

Banken müssen Provisionen offenlegen


Arztinformationssysteme

Arztpraxis analog? Unvorstellbar!




Medizingeräte mieten statt kaufen

Die günstigste Art der Finanzierung? Leasing in der Arztpraxis