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Bitcoin 2022: Wohin geht die Reise nach dem Allzeithoch?

von A&W Online

Bitcoin
Foto: memorystockphoto - stock.adobe.com

Interview mit Peter Wiederholt von Frankfurt Asset Management

Für den Bitcoin gelten andere Regeln als für Aktien

Peter Wiederholdt

Foto: privat

Herr Wiederholt, der Bitcoin hat vor Kurzem ein neues Allzeithoch erreicht und ist damit erneut in den Blickpunkt gerückt. Warum können Digitalwährungen für langfristige Anleger interessant sein?

Peter Wiederholt: Anders als bei Aktien, Anleihen und Immobilien ergibt sich der Wert des Bitcoins nicht aus späteren Zahlungsströmen wie Dividenden, Zinsen oder Mieten. Auch hat er keinen greifbaren Wert wie Rohstoffe, die für die Produktion von Gütern benötigt werden. Am ehesten ist der Bitcoin mit Gold vergleichbar, weil er wie das Edelmetall vorrangig als Wertspeicher fungiert.

Gold zahlt weder Dividenden noch Zinsen, weshalb es die geharnischte Kritik des Starinvestors Warren Buffett auf sich zog. Wie bestimmt sich sein Wert?

Während Aktien einen inneren Wert haben, ihr Kurs aber von Angebot und Nachfrage bestimmt wird, fallen bei Währungen oder dem Bitcoin der Wert und der Preis zusammen. Das heißt: Was sie kosten, hängt ausschließlich von Angebot und Nachfrage ab. Euro und Bitcoin steigen, wenn Anleger glauben, dass andere Marktteilnehmer deren Wert bald höher einschätzen werden. Dann kaufen sie in dieser Erwartung, und das treibt ihre Kurse.

Also handelt es sich um eine selbsterfüllende Prophezeiung. Kann man auf dieser Grundlage denn langfristig anlegen?

Bedenken Sie bitte, dass das beim Gold schon seit Tausenden von Jahren so läuft. Das Edelmetall ist abseits von der Verwendung in der Schmuckindustrie nur deshalb etwas wert, weil Milliarden Menschen es für wertvoll halten. Den Bitcoin gibt es erst seit 2008, weshalb die Skepsis noch überwiegt. Ich gehe aber davon aus, dass die Vorbehalte mit der Zeit schwächer werden. Und weil immer mehr Anleger investieren, dürfte auch die Schwankungsbreite des Bitcoin zurückgehen.

Was macht sie da so zuversichtlich?

Die Menge an Bitcoin ist strikt auf 21 Millionen begrenzt. Diese Knappheit unterstreicht die Funktion des Wertspeichers, die selbst bei Gold nicht in dieser Stärke ausgeprägt ist. Zudem kommen immer mehr Finanzprodukte auf Bitcoin & Co. auf den Markt. Dies wird das Zutrauen der Anleger stärken, indem es für Liquidität im Handel und so für geringere Kurssprünge sorgt.

Was ist mit dem möglichen Verbot von Digitalwährungen?

Dieses Risiko schwebt theoretisch über dem gesamten Sektor. Ich glaube aber nicht, dass es dazu kommt. Dagegen spricht das Volumen an Assets, das bereits im Krypto-Bereich investiert ist, und die Tatsache, dass über die neuen ETF und Zertifikate der Finanzindustrie bald weitere Milliarden ihren Weg in den Sektor finden. Ein Verbot käme somit einer umfassenden Enteignung gleich.

Autor: Jürgen Lutz

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