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Corona-Krise: Taugen Wertpapiere noch als Altersvorsorge?


Der Börsenstier mit Aktienkurs im Hintergrund

Betongold, Aktien oder doch die gute alte Rente? Eine aktuelle Studie zeigt: Die Pandemie hat die Sicht der Deutschen auf die Altersvorsorge drastisch verändert.

Steine kann man nicht essen. Mit diesem Satz machen Rentenberater gerne darauf aufmerksam, dass eine eigene Immobilie zwar ein wichtiger Bestandteil der Altersvorsorge sein kann, keinesfalls aber das Hauptelement. Gehört werden sie damit aber längst nicht immer. Vielmehr zeigt jetzt eine repräsentative Umfrage der HDI Lebensversicherung unter 3.633 Berufstätigen ab 15 Jahren: Jeder Zweite (51 %) hat in Sachen Altersvorsorge das größte Vertrauen in das eigene Haus oder die Wohnung. Bei der gesetzlichen Rente ist das nur bei jedem Fünften (22 %) der Fall.

Im Westen ist die Vorliebe für Immobilien mit 53 Prozent noch mal deutlich ausgeprägter als im Osten mit 45 Prozent. Die größten Immobilienfans wohnen in Rheinland-Pfalz und Hessen (je 59 %). In Rheinland-Pfalz werden vermietete Immobilien so häufig wie nirgends in Deutschland als vertrauenswürdigste Form der Altersvorsorge angesehen.

Die gesetzliche Rente verliert

Unter insgesamt zehn klassischen Möglichkeiten liegt die gesetzliche Rente damit hinter privaten Lebens- oder Rentenversicherungen, denen gut jeder Vierte am meisten vertraut (24 %). Im Vertrauens-Ranking bedeutet dies für die gesetzliche Rente nur Platz drei.

Die Corona-Erfahrung hat bei diesen Einschätzungen deutlichen Einfluss. So ist bei jedem dritten Berufstätigen während der Pandemie das Vertrauen in eine eigene Immobilie als Altersvorsorge gestiegen. Bei Sparkonten und der gesetzlichen Rente hingegen hat jeder vierte Beschäftigte Vertrauen verloren.

Besonders interessant ist die Einschätzung zu börsennotierten Wertpapieren. Insgesamt werden Aktien, Anleihen und Fonds heute von jedem fünften Berufstätigen (19 %) als Form der Altersvorsorge genannt, zu der am meisten Vertrauen besteht. Sie liegen damit deutlich vor Spareinlagen (14 %) oder Wertgegenständen wie Gold oder Schmuck (13 %). Bei jungen Berufstätigen und denen ab 65 Jahren sind die Vertrauenswerte für Wertpapiere sogar noch höher. Berufstätige unter 45 vertrauen Aktien zur Altersvorsorge sogar mehr als der gesetzlichen Rente.

Bei Erwerbstätigen unter 45 hat inzwischen jeder Fünfte (20 %) das größte Vertrauen in Aktien, Anleihen und Fonds beim Aufbau der Altersvorsorge.

Hingegen sehen nur noch 16 Prozent der Befragten die gesetzliche Rente als vertrauenswürdigste Altersvorsorgeform an. Zum Vergleich: Bei Beschäftigten ab 45 Jahren aufwärts sind es fast doppelt so viele (30 %), obwohl auch hier in der Corona-Zeit die gesetzliche Rente viel Zutrauen eingebüßt hat.

Männer setzen auf Gold

Auffällige Unterschiede offenbart die Untersuchung auch zwischen berufstätigen Frauen und Männern. Männer schätzen im Vergleich zu Frauen doppelt so häufig Aktien, Fonds und Anleihen als vertrauenswürdigste Vorsorgeform ein.

Bei der Beurteilung anderer Vorsorgeformen sind sich beide Geschlechter dagegen weitgehend einig – mit zwei interessanten Ausnahmen: So haben immerhin 15 Prozent der berufstätigen Männer das größte Vertrauen beim Aufbau einer Altersvorsorge in Wertgegenstände wie Gold, Schmuck, Kunst oder Antiquitäten. Frauen sehen das mit 11 Prozent deutlich seltener so. Zudem haben nur 19 Prozent der berufstätigen Frauen das größte Vertrauen bei der Altersvorsorge in die gesetzliche Rente. Unter berufstätigen Männern sind es mit 24 Prozent signifikant mehr.

DIE MISCHUNG MACHT‘S
Das System der Altersvorsorge basiert auf drei Säulen: Die erste ist die Absicherung über die gesetzliche Rentenversicherung (bei Ärzten tritt an deren Stelle die Ärzteversorgung). Die zweite Säule bilden betriebliche Vorsorgeleistungen (somöglich). Säule drei umfasst die persönliche Altersabsicherung über private Rentenversicherungen, Immobilien,Wertpapiere und Ähnliches.
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