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Emissionsrechtehandel: Anleger können jetzt auf den Preis des Klimas wetten


Rauchende Schornsteine mit der Aufschrift CO2 Trade

Lange Zeit war der Emissionsrechtehandel institutionellen Investoren vorbehalten. Längst hat die Finanzindustrie darauf reagiert und Investmentprodukte geschaffen, die die Entwicklung des CO2-Preises spiegeln. Private Anleger können damit ihr Depot weiter diversifizieren, meint Finanzexperte Udo Rieder*.

Um die vom Menschen gemachte Klimakatastrophe zu bekämpfen, soll in erster Linie der Ausstoß von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen massiv reduziert werden. Als Anreiz wurde in vielen Staaten ein Handelssystem für Emissionsrechte etabliert. Umweltsünder, die ihre Ziele nicht erreichen, müssen CO2-Zertifikate zukaufen. Während die „Blauen Engel“ Gewinne durch den Verkauf nicht benötigter Zertifikate erzielen können.

Emissionsrechtehandel bietet attraktives Renditepotenzial

Lange Zeit war der Emissionsrechtehandel institutionellen Investoren vorbehalten. Dann jedoch begann die Finanzindustrie, Produkte zu emittieren, die den Preis für den Ausstoß von Kohlendioxid zum gegenwärtigen Zeitpunkt oder in der Zukunft (Termingeschäfte) widerspiegeln. So entstand eine alternative Anlageklasse, die für Privatinvestoren interessant sein kann. Zum einen bieten die Produkte eine gute Diversifikation zu anderen Anlageklassen. Zum anderen eröffnen sie ein attraktives Renditepotenzial. Schließlich emittieren die Staaten immer weniger CO2-Zertifikate, um die Klimaziele zu erreichen.

Dass die Entwicklung des Preises für den CO2-Ausstoß keine Einbahnstraße himmelwärts ist, hat die Vergangenheit gezeigt. Von Oktober 2011 bis Februar 2018 hat man als Investor nichts verdient, musste zwischenzeitlich sogar deutliche Rücksetzer akzeptieren. Erst danach stieg der Preis für eine Tonne CO2 von etwa zehn Euro unter teilweise heftigen Schwankungen bis zuletzt fast 60 Euro.

Kohlendioxid als wertvoller Rohstoff

Der Logik, dass ein knapper werdendes Gut im Wert steigen muss, steht entgegen, dass die Politik gegebenenfalls korrigierend eingreift. So könnten Unternehmen drohen, wegen einer zu großen finanziellen „Klima-Last“ Arbeitsplätze abzubauen oder Preise massiv zu erhöhen. Einige Staaten würden dann wohl gegensteuern, indem sie bei der nächsten Auktion mehr Emissionsrechte zuteilen. Der Preis würde sinken.

Zu bedenken ist, dass seit geraumer Zeit daran geforscht wird, das Abgas Kohlendioxid in einen wertvollen Rohstoff zu verwandeln. Sollte hier der Durchbruch noch vor Erreichen der angestrebten CO2-Neutralität gelingen, würden die Preise für CO2-Zertifikate implodieren.

Wer den Klimaschutz unterstützen und dabei die Chance auf attraktive Renditen wahren will, findet seit dem vergangenen Jahr eine Auswahl an Zertifikaten der Emissionshäuser Morgan Stanley und Societe Generale. Teilweise sind diese Zertifikate (Morgan Stanley, ISIN: DE000MC3SF55, Societe Generale ISIN: DE000SB37KX8) mit einem Hebel versehen.

Wer lieber via Sondervermögen investieren mag: Ein ETF-Anbieter steht schon in den Startlöchern und bringt voraussichtlich in wenigen Wochen eine entsprechende Investmentmöglichkeit auf den Markt.

*Unser Gastautor: Udo Rieder ist Portfoliomanager bei der KSW Vermögensverwaltung AG in Nürnberg. Tel.: 0911 21773343, udo.rieder@ksw-vermoegen.de

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